Malmö: Bombenanschlag auf Polizeiauto – Eine Warnung von Schwerkriminellen? 

Im wieder gerät die südschwedische Stadt Malmö wegen Gewalttaten in die Schlagzeilen. Gestern Abend explodierte ein Polizeiauto - direkt vor dem Revier. Ein 22-jähriger Mann wurde verhaftet.

Malmö, Südschweden, Freitagabend, 29. Dezember: Eine Explosion erschüttert die abendliche Stille.

Direkt vor einer Polizeiwache an der aus Malmö herausführenden Straße Sallerupsvägen steht ein Polizeiauto in lodernden Flammen. Es ist 19.25 Uhr:

Ein Täter wurde gesehen, wie er von der Szene davonrannte.“

(Fredrik Bratt, Polizeisprecher)

Gleich neben der Polizeistation befindet sich ein Wohnhaus. Viele besorgte Menschen laufen zusammen, fragen, was da passiert ist.

Der Tatort wird abgesperrt. Erste Untersuchungen beginnen. Die Polizei nimmt die Ermittlungsarbeit auf, befragt Zeugen und schaut sich die Videos der Überwachungskameras an. Der Nationale Bombenschutz kommt gegen 20 Uhr an, untersucht das Fahrzeug. Gegen 2 Uhr wurde die Absperrung wieder aufgehoben, berichtet der schwedische „Expressen“.

22-Jähriger verhaftet

Zwei Verdächtige (22, 26) wurden während der Anhörungen verhaftet. Den 26-Jährigen ließ man anschließend wieder laufen. Er bleibt aber als möglicher Zeuge oder auch potenzieller Verdächtiger weiterhin im Blick der Ermittler.

Über den 22-jährigen Tatverdächtigen sagt die Polizei nichts weiter, keine Details. Weitere Verhaftungen werden nicht ausgeschlossen. Ein erstes Statement der Polizei kommt nachts um 3.30 Uhr:

Ich weiß nicht, was der Verdächtige beim Verhör gesagt hat. Es ist noch unklar, was die technische Untersuchung bringt und welche Art von Sprengstoff verwendet wurde. (…) Das ist nichts, was ich im Detail bestätigt habe.“

(Magnus Lefèvre, Polizeichef Malmö Süd)

https://www.youtube.com/watch?v=yneYfLonrAs

Zeugenaufrufe der Polizei

Über die Webseite der Polizei ruft die Behörde Zeugen auf, sich zu melden.

Es könnte jemanden geben, der etwas gesehen hat, von dem Sie denken, dass es unwichtig ist. Aber alles ist wichtig.“

(Fredrik Bratt, Polizeisprecher)

Derzeit ist kein Motiv für den Anschlag bekannt. Doch es gibt einen vagen Verdacht, der aber unbestätigt ist: Die Polizei ermittelt derzeit am Bahnhof Sallerupsvägen, der zum Polizeibereich Nord-Malmö gehört.

Hier werden die Schwerverbrecher vermutet, die im Süden der Innenstadt von Malmös, in der Gegend um Seved, Sofielund, aktiv sind, nur wenige Hundert Meter auch entfernt vom Tatort der Gruppenvergewaltigung an einer 17-Jährigen am 16. Dezember.

War das Attentat eine Warnung der Kriminellen an die Polizei?

Erst vergangenen Mittwoch wurde ein Mann im Süden von Malmö, in Nydalaskolan, ermordet aufgefunden, keine bisher polizeilich aufgefallene Person. Doch das ist nur einer von mehreren ungelösten Morden in der Stadt in diesem Jahr…