Missbrauchs-Horror in Malmö: Vierte Gruppenvergewaltigung in nur wenigen Wochen

Eine Reihe brutaler Vergewaltigungen erschüttert Malmö. In nur wenigen Wochen ereigneten sich bereits vier Gruppenvergewaltigungen in der südschwedischen Stadt. Die Vorfälle schocken aber das Land.

Kein Ende der Schreckensnachrichten aus dem schwedischen Malmö: In der Stadt ist es erneut zu einer Gruppenvergewaltigung gekommen.

Es ist der vierte brutale sexuelle Missbrauch seit Anfang November und nach demselben Muster. Zudem sagte Polizeisprecher Matt Karlsson, dass es sich nicht um Fälle handle, in denen die Täter im Hinterhalt auf ihr Opfer gewartet hätten, so „TheLocal“.

Der aktuelle Vorfall ereignete sich in der Nacht auf Freitag, 29. Dezember, berichtet „tz.de“ unter Berufung auf die Zeitung Sydsvenskan.

Nach der Tat schaffte es das 18-jährige Opfer gegen 1 Uhr aus eigener Kraft, vom Tatort im Viertel Högaholm nach Hause zu gelangen und die Polizei zu alarmieren. Zwei Stunden später war sie im Krankenhaus zur Untersuchung. Lebensbedrohliche physische Verletzungen habe die Frau nicht erlitten, heißt es.

Ob die Tat in Verbindung zu den anderen brutalen Vergewaltigungen steht, ist noch unklar: „Wir haben keine offensichtlichen Übereinstimmungen zwischen den Fällen gesehen, aber wir können nicht ausschließen, dass sie irgendwie zusammenhängen“, sagte ein Polizeisprecher der Zeitung zufolge.

Bürger fordern härtere Strafen für Sextäter

Nach der dritten Gruppen-Vergewaltigung in Malmö, demonstrierten am vergangenen Dienstag Hunderte Menschen auf dem historischen Marktplatz Stortorget der Stadt für härtere Strafen.

Das schwedische Fernsehen „SVT“ berichtete.

Wir wollen eine scharfe Veränderung sehen. Heute geht es hauptsächlich um Strafverfolgung, aber auch um die Sicht der Männer auf Frauen. Wir wollen nicht eingeschränkt werden, und es liegt an der Regierung, dieses Problem zu lösen. (…) Wir hatten ein Mädchen, das von einer Gruppe vergewaltigt wurde, das geht nicht, wir wollen das nicht haben. Es ist keine Gesellschaft, in der wir leben können.“

(Camilla Lundgren, Demo-Organisation)

Eine Frau aus Malmö kommentierte das kurze Video:

Es ist Schweden. Hier verwöhnen wir Kriminelle und hören den Opfern nicht zu. Es ist das Gesetz der Politiker, dem wir die Stimmen geben. Hast du gehört, wie der Polizist sagte, dass du nicht im Dunkeln rausgehen sollst? Das heißt: Vergewaltiger macht weiter!“

Bestialische Vergewaltigung

Nach der Vergewaltigung einer 17-Jährigen sagte der Innendienstleiter der Polizei in Malmö, Mats Attin, er habe so einen grausamen Fall in seinen 35 Jahren als Beamter noch nicht erlebt.

Wir sind seit langer Zeit Polizisten, einige von uns, ich arbeite seit 35 Jahren und so etwas hatten wir noch nicht. Sie haben wirklich eine Grenze überschritten.“

(Mats Attin, Polizeioffizier)

Der Chefermittler der Polizei, Anders Nilsson, sagte:

Diese Raubtiere konzentrieren sich auf Frauen, die nachts alleine draußen unterwegs sind.“

(Anders Nilsson, Leiter Crime Relationship Section)

Nach und nach kommen immer mehr Details der schockierenden Verbrechen ans Licht. Nach Angaben der schwedischen Zeitung „Aftonbladet“ soll die Minderjährige auf bestialische Art und Weise vergewaltigt worden sein. Nach der Tat sollen die Kriminellen dem Mädchen eine brennbare Flüssigkeit in den Schoß geschüttet und angezündet haben, hieß es in den sozialen Medien und auch in Pressemeldungen. Die Polizei bestätigte dies jedoch nicht.

Unterdessen riet Chefermittler Anders Nilsson den Frauen der Stadt, nach Anbruch der Dunkelheit nicht mehr „allein in einsamen und pechschwarzen Bereichen“ unterwegs zu sein. Wenn man hinausgehe, solle man zu zweit oder in einer Gruppe gehen, sagte er laut „The Local“. Mit dieser Ausssage sorgte Nilsson für einigen Wirbel.

Es wurde kritisiert, dass nicht die Öffentlichkeit dafür verantwortlich gemacht werden dürfe, in Sicherheit zu bleiben, sondern dass die Polizei dafür sorgen muss.

Die rot-grüne schwedische Regierung hat Mitte Dezember eine Gesetzesverschärfung zur Bekämpfung von Vergewaltigungen auf den Weg gebracht. Der Entwurf sei im Kabinett beschlossen worden, müsse aber noch mehrere Schritte durchlaufen, bevor er im März ins Parlament kommen könne, sagte ein Sprecher des Justizministeriums schreibt „tz“.

Damit soll gesetzlich festgelegt werden, dass beide Partner ausdrücklich und erkennbar mit dem Geschlechtsverkehr einverstanden sein müssen – ansonsten wird es als Vergewaltigung gewertet. Die Regelung soll im Sommer 2018 in Kraft treten. (so)