Ö: Bürgermeister beschließt im Kebab-Streit: „Wer nach 20 Jahren kein Deutsch kann, kriegt keinen Stand“

Im Streit um einen Kebab-Stand in Wiener Neustadt spricht der Bürgermeister nun ein Machtwort: "Wer seit 20 Jahren hier lebt, kein Wort Deutsch kann, bekommt auch keinen Marktstand."

Ein Kebab-Betreiber in Wiener Neustadt muss seinen Landen dichtmachen. Diese Entscheidung traf der Marktstadtrat Udo Landbauer. Der FPÖ-Politiker verlängerte den Genehmigungsbescheid für den türkischen Standbetreiber Alihan Turgut nicht.

Landbauer sagt: „Während einheimische Wirte zusperren müssen, wachsen türkische Geschäfte wie Schwammerl. Diesem Wildwuchs schiebe ich einen Riegel vor,“ berichtet die „Heute“.

Der Bescheid lief am 31. Dezember 2016 ab.

Die Grünen-Politikerin Tanja Windbüchler rief nun zum Protest. Auf der von ihr initiieren Kebap-Petition auf Facebook gibt es bereits 700 Unterstützer: „Jemand, der elf Jahre ein Standl betreibt, muss zumindest einen Ersatzplatz bekommen“, so Windbüchler.

Die Politikerin forderte auch den Bürgermeister von Wiener Neustadt, Klaus Schneeberger, auf, ein Machtwort zu sprechen.

Keine Parallelgesellschaft in Wiener Neustadt gewünscht

Doch dieser stellte sich hinter die Entscheidung des Marktstadtrats und sagte: „Wer seit 20 Jahren hier lebt, kein Wort Deutsch kann, bekommt auch keinen Marktstand. Ich stehe klar hinter der Entscheidung von Udo Landbauer,“ berichtet die „Heute“ weiter.

Dies sei „genau jene Parallelgesellschaft, die wir in Wiener Neustadt nicht brauchen und auf öffentlichem Gut nicht wollen“, betont der Bürgermeister.

Doch es gibt noch einen Hoffnungsschimmer für den Kebab-Betreiber: „Wenn Herr Turgut allerdings einen alternativen Standort außerhalb der Innenstadt vorschlägt, werden wir diesen sicher prüfen“, so Schneeberger. (so)