Österreich: Offizielles Endergebnis – ÖVP gewinnt mit 31,4 Prozent – Briefwahlstimmen entscheiden über Platz zwei

Nationalratswahl: Die ÖVP hat die Wahl gewonnen, die FPÖ kommt auf den zweiten Platz. Damit wird künftig von Österreich ein ganz anderer Kurs zu erwarten sein als der von Kanzlerin Merkel.

+++ Newsticker +++

Damit beenden wir den Wahlticker.

7:00 Briefwahlstimmen entscheiden über Platz zwei

Nach der Nationalratswahl in Österreich entscheiden die Briefwahlstimmen über Platz zwei – und damit womöglich über den Verlauf von Koalitionsverhandlungen.

Nach dem vorläufigen vom Innenministerium veröffentlichten Endergebnis ist die ÖVP mit 31,4 Prozent die stärkste Kraft, die FPÖ mit 27,4 Prozent auf Rang zwei, die SPÖ mit 26,7 Prozent auf Rang drei.

Die NEOS erreichen 5,0 % und die Partei Pilz 4,1 %. Die Grünen sind nicht mehr im Nationalrat vertreten, sie scheitern mit 3,3 % an der 4-Prozent-Hürde.

Sowohl der ORF als auch der Privatsender ATV gehen in ihren Hochrechnungen davon aus, dass die FPÖ bei den Briefwählern schwach abschneidet und am Ende nur drittstärkste Kraft wird.

Die sogenannten „Wahlkarten“ werden erst in den nächsten Tagen ausgezählt.

+++ 16.10.2017 +++

21:00 Uhr: Endergebnis – Die ÖVP gewinnt die Wahl mit 31,4 %

Das vorerst offizielle Endergebnis (ohne Auszählung der Wahlkarten) lautet: Die ÖVP gewinnt die Wahl mit 31,4 %, die FPÖ liegt an zweiter Stelle mit 27,4 %. Danach folgt die SPÖ mit 26,7 Prozent. Die NEOS erreichen 5,0 % und die Partei Pilz 4,1 %. Die Grünen sind nicht mehr im Nationalrat vertreten, sie scheitern mit 3,3 % an der 4-Prozent-Hürde.

Abgegebene Stimmen Ergebnis ohne Wahlkarten
SPÖ 1.144.516 26,7 %
ÖVP 1.341.930 31,4 %
FPÖ 1.170.455 27,4 %
GRÜNE 141.959 3,3 %
NEOS 212.251 5,0 %
PILZ 177.035 4,1 %

Am Montag ist ein erstes Ergebnis unter Einbeziehung der Wahlkarten zu erwarten. Das offizielle endgütkige Ergebnis wird am Donnerstag verkündet.

20:04 Uhr: Bundesland Salzburg ist ebenfalls ausgezählt

Im Bundesland Salzburg siegt die ÖVP haushoch mit 37,6 Prozent. Die FPÖ folgt mit 25,8 Prozent, die SPÖ mit 22,1 Prozent.

19:50 Uhr: Österreich dürfte künftig einen ganz anderen Kurs als Kanzlerin Merkel vertreten

„Sollte es zur Bildung einer ÖVP-FPÖ-Regierung kommen, wird Österreich bei der EU-Reform und in der Migrationsfrage voraussichtlich einen völlig anderen Kurs als Kanzlerin Angela Merkel vertreten.“ Und weiter:

„Kurz und Strache sind sich einig, dass die EU sich künftig auf Kernaufgaben beschränken sollte. In der Flüchtlingskrise verfechten beide einen harten Kurs, auch in Anlehnung an Ungarns Politik unter Ministerpräsident Viktor Orban.“ schreibt der merkur.de

19:44 Uhr: Offizielle Hochrechnung des ORF 19:33 Uhr

Partei ÖVP SPÖ FPÖ Grüne NEOS Pilz
Prozent 31,6 26,8 26 3,8 5,1 4,4
Sitze im Nationalrat 62 52 51 0 10 8

19:30 Uhr: In der Steiermark gewinnt die ÖVP

In der Steiermark gewinnt die ÖVP mit 31,3 % knapp vor der FPÖ mit 31,0 %. Die SPÖ gewinnt 24,8 % der Stimmen.

19:27 Uhr: In Kärnten gewinnt die FPÖ

In Kärnten gewinnt die FPÖ mit 33,2 %, an zweiter Stelle liegt die SPÖ mit 29,3 %, an dritter die ÖVP mit 26,3 %.

18:41 Uhr: Das Burgenland ist ausgezählt

Das Ergebnis der Nationalratswahl im Burgenland lautet:

Die SPÖ gewinnt mit 32,9 Prozent die Wahl. Danach folgen die ÖVP mit 32,7 Prozent. Die FPÖ liegt an 3. Stelle mit 26 Prozent.

Die offizielle Hochrechnung des ORF, 18:20 Uhr

Partei ÖVP SPÖ FPÖ Grüne NEOS Pilz
Prozent 31,6 27 25,9 3,8 5,1 4,4
Sitze im Nationalrat 62 53 50 0 10 8

18:40 Uhr: Einige aktuelle Bilder

18:15 Uhr: Wahlergebnisse Vorarlberg

Quelle: https://wahl17.bmi.gv.at/8.html

17:46 Uhr: Bundesministerium des Inneren

Hier kann das offizielle Wahlergebnis beobachtet werden: https://wahl17.bmi.gv.at/

17:56 Uhr: SPÖ wird in die Opposition gehen

Merkur meldet: 17.36 Uhr:

Der steirische SPÖ-Landeschef Michael Schickhofer hat sich zu Wort gemeldet – mit einem klaren Statement. Er sagt: “Nach diesem Wahlergebnis hat schwarz-blau eine eindeutige Mehrheit“, sagt er, die SPÖ werde in die Opposition gehen.

17:39 Uhr: Erste Zusammenfassung von AFP Nachrichtenagentur

Die konservative ÖVP mit ihrem Spitzenkandidaten Sebastian Kurz ist ersten Hochrechnungen zufolge als Siegerin aus der Parlamentswahl in Österreich hervorgegangen. Die Volkspartei kam am Sonntag demnach auf 30,2 Prozent der Stimmen und wurde damit stärkste Kraft, wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Österreich berichtete.

Um den zweiten Platz lieferten sich die bisher regierende SPÖ von Bundeskanzler Christian Kern und die rechtspopulistische FPÖ demnach ein knappes Rennen: Den zitierten Hochrechnungen zufolge legte die FPÖ deutlich auf 26,8 Prozent der Stimmen zu, während die sozialdemokratische SPÖ auf 26,3 Prozent der Stimmen kam.

Die ÖVP, deren Vorsitz Außenminister Kurz erst im Mai übernommen hatte, dürfte damit erstmals seit 2002 wieder die Nummer eins in Österreich sein. Die Volkspartei hatte die große Koalition unter Führung der SPÖ im Mai aufgekündigt, so dass Neuwahlen zum Nationalrat angesetzt wurden. Kurz könnte bei einer Bestätigung des Wahlergebnisses mit 31 Jahren der jüngste Regierungschef in Europa werden.

Die Grünen, die liberale Partei Neos sowie die Liste des ehemaligen Grünen-Politikers Peter Pilz können den Hochrechnungen zufolge, die auch die Ergebnisse der Briefwahl berücksichtigen, auf einen Einzug in den Nationalrat hoffen.

17:30 Uhr: Prognose des ORF mit Wahlkarten

Nach der Prognose des ORF unter Einbeziehung der Wahlkarten kommt die ÖVP mit 30,5 % auf den ersten Platz, danach folgt die FPÖ mit 26,8 % knapp vor der SPÖ mit 26,2 %.

Die Neos mit 5,3%, die Grünen mit 4,7 % und die Liste Pilz mit 4,3 % schaffen es über die 4-Prozent-Hürde, die in Österreich gilt.

17:26 Uhr: Informationen zu den Kleinen Parteien

Liste Pilz erteilt dem ORF keine Dreherlaubnis auf der Wahlparty. Revange

 

17:21 Uhr: Sitzverteilung inclusive Wahlkarten – eine Prognose des ORF

Die Ergebnisse werden sich sicherlich noch ändern, doch ein erster Überblick wird schon geboten:

17:14 Uhr: Das ORF meldet eine erste Hochrechnung

17:08 Erste Hochrechnungen: ÖVP vor FPÖ

SPÖ 25,6 % – ÖVP 30,3 % – FPÖ 28,6 % – GRÜNE 3,6 % – NEOS 5,7 % – Liste Pilz 4,2 %

Dies twitterte ein User aus Österreich.

17:05 Uhr: Eine erste Grafik von Twitter

https://twitter.com/hashtag/nrw17?f=tweets&vertical=news&src=hash

17:00 Uhr: Livestream ORF

Hier ein Links zum Beobachten der Wahlergebnisse: Das ORF 

Bei twitter ist #österreichwahl zu empfehlen. Weitere Links sind: #orfonline #österreichwahl17 #oesterreichwahl17 #nrwahl #nrwahl17 #wahl2017 #wahl17 #nrwahl2017 #nrw17 #österreich #oesterreich #nationalrat #parlament

16:45 Uhr: Noch einmal ein Blick auf die Spitzenkandidaten

16:10 Uhr: Bis 17 Uhr sind die Wahllokale noch geöffnet

Bis 17 Uhr sind die Wahllokale in Österreich noch geöffnet, dann geht es an die Auszählung der Stimmen. Nur in Vorarlberg ist der Urnengang bereits beendet, dort schlossen die Wahllokale um 13 Uhr.

14:57 Uhr: Die Webseite der ÖVP ist wohl von türkischen Hackern gehackt wurden

Die Homepage der ÖVP ist angeblich von türkischen Hackern gehackt wurden, behauptet ein Vertreter des Hacker-Kollektivs Aslan Neferler Tim (ANT/ Soldaten des Löwen) in einer Nachricht gegenüber oe24. Die Webseite ist derzeit offline.

Als nächstes Ziel wurde die Webseite der FPÖ genannt.

Aslan_post.jpg

Diese Hacker-Gruppe hat in Österreich bereits die Webseiten der Nationalbank, des Außenministerium, dem Parlament, dem Flughafen Wien und auch oe24 im März dieses Jahres gehackt.

14:40 Uhr: Heinz-Christian Strache wählte ebenfalls in Wien

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache traf kurz nach 14 Uhr in Wien-Landstraße im Wahllokal ein, in der Volksschule in der Hainburger Straße 40. Er erklärte:

Wir hoffen auf ein gutes Ergebnis und auf die Chance einer wirklichen Veränderung.“

Sebastian Kurz kommentierte seine Wahl fast genauso.

14:30 Uhr: Es wird eher eine Koalition von ÖVP und FPÖ erwartet

Sebastian Kurz (ÖVP) hatte die große Koalition unter Führung der sozialdemokratischen SPÖ wegen eines Konflikts um Wirtschaftsreformen aufgekündigt, so dass Neuwahlen angesetzt wurden. Eine Neuauflage der großen Koalition gilt daher als unwahrscheinlich.

Mit der Übernahme des Parteivorsitzes durch Kurz, der eine strikte Flüchtlingspolitik in der EU fordert, stiegen die Umfragewerte der Volkspartei – zu Lasten der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), die bis dahin in den Umfragen immer an Platz eins gestanden hatte.

Auch wenn Kurz eine Koalitionsaussage vermieden hat, halten viele Beobachter eine Koalition von ÖVP und FPÖ für das wahrscheinlichste Ergebnis. Österreichischen Medienberichten vom Sonntag zufolge führen beide Parteien hinter den Kulissen bereits Gespräche, die ÖVP soll ein „großzügiges Angebot“ vorgelegt haben. ÖVP und FPÖ hatten bereits von 2000 bis 2007 miteinander regiert.

Beide Parteien wollen die Zuwanderung begrenzen, den Einfluss der EU zurückdrängen, die Steuern senken und die Bürokratie in Österreich abbauen. Sebastian Kurz hatte sich vor allem in der Flüchtlingskrise als Hardliner präsentiert: Er kritisierte die deutsche Willkommenskultur, setzte in Österreich eine Obergrenze für Flüchtlinge und die Schließung der Balkanroute durch.

Wien übernimmt in der zweiten Jahreshälfte 2018 die EU-Ratspräsidentschaft – zu diesem Zeitpunkt will Brüssel die Brexit-Verhandlungen beenden.

13:15 Uhr: Van der Bellen „Wählen ist kein Luxus, sondern Pflicht“

Auch Bundespräsident Alexander van der Bellen war wählen. Zusammen mit seiner Gattin ging er zu einem Wahllokal in der Volksschule Spalowskygasse in Wien-Mariahilf.

Es sei „viel möglich“, antwortete Van der Bellen auf Fragen von Journalisten nach dem möglichen Wahlausgang. Er traue den vielen Umfragen „nicht sehr“.

11:55 Uhr: Sebastian Kurz hat gewählt

11:04 Uhr: „Oft zielst du auf die Sterne und landest auf dem Mond“

Wie Die Krone berichtet, waren die beiden Spitzenkandidaten der Grünen und der NEOS in Wien am Sonntagmorgen wählen. Ulrike Lunacek (Grünen) und Matthias Strolz (NEOS)  zeigten sich gut gelaunt und demonstariv optimistisch. „Es scheint die Sonne, es ist ein guter Tag“, sagte Strolz vor der Stimmabgabe in einer Schule in Wien-Liesing.

„Ich bin zuversichtlich, dass das Ergebnis besser wird, als es in den letzten Tagen und Wochen in den Umfragen war“, erklärt Ulrike Lunacek.

„Wir haben alles getan, was zu tun ist. Ich glaube, dass wir die Reife in Richtung Zweistelligkeit antreten“, sagte der Chef der NEOS, Matthias Strolz. Nun liege es in der Hand der Wähler, Er erklärt: „Oft zielst du auf die Sterne und landest auf dem Mond.“

Er hat den Wunsch, dass in der nächsten Regierung mehr neue Kräfte sein sollten als alte und „liebäugelt mit einer sogenannten Dirndl-Koalition – egal, in welcher Zusammensetzung“, schreibt die Krone.

Auch Christian Kern, der mit seiner Frau Eveline ins Wahllokal gekommen war, betonte, „ein sehr entspanntes Gefühl zu haben“.

10:20 Uhr: Die österreichischen Spitzenkandidaten nutzen Facebook, um heute die Menschen aufzurufen, zur Wahl zu gehen.

9:38 Uhr: Hochrechnungen und Wirrwar von drei TV-Sendern

Nach der Wahl, die bis 17 Uhr läuft, sollte es 10 bis 15 Minuten dauern, bis die ersten Hochrechnungen vorliegen.

Jedoch haben die TV-Sender ORF, ATV und ServusTV jeweils unterschiedliche Institute für ihre Hochrechnungen engagiert – was dazu führt, dass es gravierende Unterschiede geben könnte, schreibt die Krone.

Teilweise werden die Hochrechnungen mit, teilweise ohne Einbeziehung der Wahlkarten erstellt. Teilweise wird Wien in der ersten Hochrechnung noch nicht vertreten sein (bei Servus TV).

Statistik-Professor Erich Neuwirth erklärt: „Vor 18 Uhr haben wir keine oder nur sehr wenige Wiener Ergebnisse und daher keine Hochrechnung, die gut genug ist, darauf eine Briefwahlabschätzung aufzubauen. Ab 18 Uhr sollten uns dann ausreichend Wiener Ergebnisse zur Verfügung stehen.“

Puls4-Moderatorin Corinna Milborn ergänzt: „Die FPÖ schneidet bei Wahlkarten meist schlechter ab als im Wahllokal. Bei den Hochrechnungen um kurz nach 17 Uhr wird blau also auf ServusTV vermutlich besser liegen als bei ATV und ORF“.

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) wird wohl zwischen 20 und 20.30 Uhr das „vorläufige Endergebnis der Urnenwahl“ verkünden – allerdings ohne Wahlkarte

7:00 Uhr: Die Wahl hat begonnen: 6,4 Millionen Bürger aufgerufen

In Österreich sind 6,4 Millionen Bürger aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. 16 Parteien werben um die Gunst der Wähler. Die besten Aussichten hat der Spitzenkandidat der konservativen ÖVP, Sebastian Kurz.

Der 31-Jährige lag bis zuletzt in den Umfragen vorn. Kanzler und SPÖ-Chef Christian Kern kämpft nach Einschätzung der Demoskopen um den zweiten Platz. Die Sozialdemokraten tragen eine Mitverantwortung für eine in der Öffentlichkeit breit diskutierte Schmutzkampagne gegen Kurz.

Die FPÖ mit ihrem Spitzenkandidaten Heinz-Christian Strache können wegen der anhaltenden Debatte um die Migrationskrise mit erheblichen Stimmengewinnen rechnen. Die Grünen, die liberalen Neos und die Liste des Grünen-Abtrünnigen Peter Pilz liegen nach Umfragen um die fünf Prozent.

Die ersten Wahllokale öffnen um 7.00 Uhr. Landesweiter Wahlschluss ist um 17.00 Uhr. Mit den ersten Hochrechnungen wird gegen 17.15 Uhr gerechnet. (dpa)

+++15.10.2017+++

889.193 Wahlkarten ausgestellt

Die Ämter der Landesregierungen haben dem Bundesministerium für Inneres am 13. Oktober 2017 die Zahl der für die Nationalratswahl 2017 ausgestellten Wahlkarten übermittelt. Es wurden insgesamt 889.193 Wahlkarten ausgestellt, davon ergingen 59.283 Wahlkarten an Auslandsösterreicherinnen und Auslandsösterreicher. Eine detaillierte Aufstellung über die Zahl der ausgestellten Wahlkarten ist unter dem unten angeführten Link abrufbar.

Bundeskanzler Kern warnt vor einem Rechtsruck bei der morgigen Wahl

Auf der Abschlusskundgebung vor der Parlamentswahl in Österreich hat der Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern vor einem Rechtsruck in seinem Land gewarnt. „Wir stehen vor einer Weggabelung“, sagte Kern am Samstag in Wien. Österreich dürfe nicht von einer Koalition aus konservativer ÖVP und FPÖ regiert werden.

Kern steht seit Mai 2016 an der Spitze einer großen Koalition seiner Sozialdemokraten (SPÖ) und der ÖVP. Bei seiner letzten Kundgebung vor der Wahl stellte er soziale Themen in den Vordergrund.

So würden ÖVP und FPÖ großen Unternehmen teure Steuergeschenke versprechen, die Rechnung dafür müssten jedoch die kleinen Leute begleichen, warnte er. Seine Partei stehe hingegen für soziale Verantwortung. Laut Umfragen droht der SPÖ, die in den vergangenen zehn Jahren mit der ÖVP regierte, der Gang in die Opposition.

Favorit: ÖVP mit Sebastian Kurz

Klarer Favorit ist die ÖVP mit ihrem Spitzenkandidaten und Außenminister Sebastian Kurz, während die SPÖ mit den Freiheitlichen um Platz zwei konkurriert. Eine Neuauflage der großen Koalition, diesmal unter Führung der ÖVP, gilt jedoch als unwahrscheinlich.

Sebastian Kurz (31) wäre im Fall einer erfolgreichen Regierungsbildung der jüngste Regierungschef Europas.

FPÖ mit HC Strache: Überraschungen möglich

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache kann den Umfragen zufolge mit rund 25 Prozent der Stimmen rechnen. Bei einem Wahlkampfauftritt  am Freitagabend in Wien ging der 48-Jährige einmal mehr auf das Thema Einwanderung ein.

Die Österreicher drohten in Teilen der Gesellschaft zur Minderheit im eigenen Land zu werden, sagte der FPÖ-Chef. Dies müsse sich ändern.

Der FPÖ mit Parteichef Heinz-Christian Strache wird ein Ergebnis auf Rekordniveau zugetraut. Die FPÖ hatte 1999 mit 26,9 Prozent ihr bisher bestes Resultat erzielt.

Viele Beobachter halten eine Rechtskoalition von ÖVP und FPÖ unter Führung von Kurz für wahrscheinlich.

Vor 17 Jahren hatte der Regierungseintritt der FPÖ unter Jörg Haider massive Proteste in Europa ausgelöst. Die übrigen damals 14 EU-Mitglieder sanktionierten die österreichische Regierung und schränkten ihre bilateralen Beziehungen zu Wien ein.

6,4 Millionen Wahlberechtigte, 16 Parteien

Angesichts des Wahlkampffinales mit einer Schmutzkampagne aus der Reihen der SPÖ gegen Kurz sowie heftigen Vorwürfen auch an die Adresse der konservativen ÖVP gelten überraschende Entwicklungen aber als nicht ausgeschlossen.

Das stark zerstrittene rot-schwarze Bündnis aus SPÖ und ÖVP war im Mai zerbrochen. Grund war gegenseitiges Misstrauen und damit die Blockade von Sachpolitik. Regulärer Wahltermin wäre erst im Herbst 2018 gewesen.

Die Wahllokale sind von 7:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Wahlkarten müssen bis 17 Uhr bei den Wahlbehörden eingegangen sein. Mit ersten Hochrechnungen ist ab 17 Uhr zu rechnen. Das vorläufige Endergebnis ist noch am Sonntag Abend zu erwarten. Das amtliche Wahlergebnis folgt, wenn die Briefwahlstimmen ausgezählt wurden. Am Donnerstag, dem 19. Oktober 2017, wird mit dem offiziellen Endergebnis gerechnet.

In Österreich müssen die Parteien eine Hürde von 4 Prozent der Wählerstimmen nehmen, um im Parlament vertreten zu sein.

Die Vier-Prozent-Hürde bei der Wahl dürften neben den drei großen Parteien auch die liberalen Neos überspringen – genauso wie die Grünen und die Liste des Ex-Grünen Peter Pilz, der sich im Streit von seiner alten Partei getrennt hatte. (ks, mit Material von dpa und afp)

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