Schnellerer Familiennachzug von Migranten aus Griechenland nach Deutschland

Offenbar können in Griechenland gestrandete Flüchtlingen nun schneller zu ihren Familien nach Deutschland kommen. Diese Migranten sollen künftig wieder innerhalb von sechs Monaten einreisen können, wie es die Dublin-Verordnung vorsieht.

Der Familiennachzug von in Griechenland gestrandeten Flüchtlingen nach Deutschland hat sich beschleunigt.

Im September reisten 262 Menschen von dort zu ihren Familien und damit mehr als doppelt so viele wie im August, wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ am Mittwoch unter Berufung auf Angaben des Bundesinnenministeriums berichtete. Im August kamen demnach nur 117 Flüchtlinge aus Griechenland, im Mai sogar nur 82.

Das Bundesinnenministerium teilte laut dem Bericht mit, dass sich die Bundesregierung in enger Abstimmung mit Griechenland für bessere Rahmenbedingungen einsetze, damit Überstellungen nach Deutschland „mittelfristig wieder in der vorgesehenen sechsmonatigen Frist stattfinden können“.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) akzeptiere aktuell auch Überstellungen, die außerhalb der sechsmonatigen Frist stattfänden, „um aus humanitären Gründen zur Entspannung der Situation in Griechenland beizutragen“, sagte eine Ministeriumssprecherin dem Blatt.

Der Grünen-Parteichef Cem Özdemir sagt über die Familienzusammenfgrung:

Für uns gibt es da zwei Begriffe, die richtungsweisend sind. Das eine ist Humanität, das andere ist Ordnung. Beides brauchen wir. Zum ersteren zählt beispielsweise, dass wir dringend uns das Thema Familienzusammenführung anschauen müssen. Das ist deshalb wichtig, auf die Kernfamilie begrenzt, damit die Leute, die hier sind, wenn sie ihre Familie hier haben, auch entsprechend sich besser integrieren können. Zur Integration gehört eben neben der Sprache, neben der Arbeit, neben der Integration in unsere Verfassung eben auch, dass man seine Kernfamilie hier hat, wichtiger Bestandteil.“

(dts)