Sechshundert Finnen verhinderten Einreise von Migranten

In Finnland blockierten 600 Islamisierungsgegner einen Grenzübergang zu Schweden und forderten sofortige Grenzschließungen – unter anderem mit "ISIS go home"-Plakaten.

600 Finnen haben einen Grenzübergang zu Schweden blockiert und Migranten an der Einreise gehindert. Die Situation war angespannt. Die Einwanderer wurden lautstark beschimpft und ihnen wurde sogar mit dem Tod gedroht. Danach seien die Migranten nach Schweden zurückgekehrt, berichten die Deutschen Wirtschaftsnachrichten unter Berufung auf den Schwedischen Rundfunk (SVT).

Auch Personen, denen es bereits gelungen war, nach Finnland einzureisen und die in anderen Orten angekommen waren, verließen das Land wieder, weil sie angegriffen und mit Drohungen verscheucht wurden. Sie berichteten von körperlichen Attacken und Todesdrohungen durch Einheimische.
ISIS go home!“-Plakate
Die schwedische Zeitung Expressen zitierte den Fotografen Bob Olovsson wie folgt: „Die Finnen blockierten den Grenzübergang. Jemand hielt eine Rede und die Zuhörer applaudierten. Es gab sehr viele finnischen Flaggen, finnische Eishockey-Shirts und Schilder mit Texten in Englisch, zum Beispiel „ISIS go home“ und ähnliche Slogans. Auf einem Banner stand: „Jetzt reicht´s. Grenzen schließen!"
Rund 30 Menschen hatten sich auf der schwedischen Seite des Übergangs versammelt, um für die Flüchtlinge zu demonstrieren. Laut einem Zeugen namens Fredrik Lindner gab es keine Gewalt. Die Finnen hielten Reden und skandierten Parolen. Die Polizei versuchte, die Ordnung zwischen Finnen und schwedischen Gegendemonstranten zu bewahren, so Expressen.
Die finnische Stadt Tornio befindet sich direkt an der schwedischen Grenze. Dort hatte man am Wochenende mit der Registrierung von Flüchtlingen begonnen. Auch in Helsinki fanden Anti-Flüchtlings und Anti-Islamisierungs-Demonstrationen statt. Die Stimmung in der Bevölkerung ist in Finnland bezüglich der Flüchtlinge gespalten.

Zuvor hatte die Regierung in Helsinki Dänemark und Schweden kritisiert, weil die durchreisenden Flüchtlinge – großteils aus Syrien, dem Irak und Afghanistan – noch nicht registriert hatten. Vor allem bei Irakern ist Finnland wegen der größeren Asylchancen ein beliebtes Zielland, berichtete ORF.
Hier Videos von finnischen Demonstrationen:

Vor dem Zwischenfall in Torino rief der finnische Premier Juha Sipilä die Bevölkerung dazu auf, den Menschen eine Unterkunft zu geben. Er selbst wolle mit gutem Beispiel vorangehen und sein Sommerhaus in Nordfinnland für die Migranten zur Verfügung stellen. (so)