Sender ARD in Moskau wegen Rufschädigung angeklagt

Eine ARD-Dokumentation über Doping von russischen Sportlern trifft vermehrt auf juristischen Widerstand. Nachdem eine Klage des Allrussischen Leichtathletik-Verbandes im September von einem Gericht abgelehnt wurde, ging dieser nun in Berufung. Ein Moskauer Gericht nahm jetzt die Klage an.

Am 3. Dezember strahlte die ARD eine Dokumentation über systematisches Doping von russischen Leichtathleten aus. Am 7. Dezember wurde der zweite Teil gezeigt.

Hierbei wurden Aufnahmen mit verdeckter Kamera gemacht. Die russische Olympiasiegerin über 800 Meter, Maria Sawinowa, gibt darin angeblich zu, Dopingmittel genommen zu haben [bei 28:15].
Allerdings ist nicht der O-Ton der Sportlerin zuhören, sondern nur die synchronisierte Stimme. Der Sprecher sagt, dass Video und Tonspur im Original in voller Länge vorhanden seien.

https://youtube.com/watch?v=FKaiY9y7Gxg%3Ft%3D1688

Moskauer Gericht gibt Klage statt

Am Mittwoch hatte ein Moskauer Gericht die Klage des Allrussischen Leichtathletik-Verbandes (WFLA) stattgegeben. Hierin wird den Autoren des ARD Rufschädigung vorgeworfen.
"Das Gericht hat beschlossen, der Klage des WFLA bezüglich des Schutzes der Ehre, Würde und des Rufes stattgegeben", zitiert "Sputniknews" eine Gerichtsvertreterin.
Der im Februar zurückgetretene ehemalige Präsident des Verbandes, Valentin Balachnitschow, nannte den Film eine "Provokation zur Untergrabung des russischen Sports". Er erklärte, dass sich die ARD geweigert habe, das unbearbeitete Video- und Tonmaterial zur Verfügung zu stellen.
Im September wurde die Klage bei einem Gericht in Samara abgelehnt. Es wurde Berufung eingelegt.
Gestern begann die Verhandlung am Gericht des Moskauer Stadtbezirks Basmanny. Dies teilte RIA Novosti mit. (sm)