Sloweniens Regierungschef warnt vor weiteren „Millionen Migranten“ und vor EU-Zerfall

"Wenn die EU die ungeregelte Masseneinwanderung nicht verhindert und die Sicherheit ihrer Bürger nicht garantiert, wird es bald nichts mehr geben, was sie regeln kann," warnt Sloweniens Regierungschef Miro Cerar.

Sloweniens Regierungschef Miro Cerar warnt vor einer neuen Massenmigration über das Mittelmeer. „Millionen Migranten warten darauf, diesen Weg in die EU zu nehmen. Das ist eine sehr ernste Situation“, sagte Cerar der „Bild am Sonntag“.

Der Premierminister des Adria-Anrainerstaats sieht die Europäische Union dadurch existenziell bedroht. „Wenn die EU die ungeregelte Masseneinwanderung nicht verhindert und die Sicherheit ihrer Bürger nicht garantiert, wird es bald nichts mehr geben, was sie regeln kann.“

Aufnahme von Flüchtlingen muss kontrolliert ablaufen und begrenzt werden

Zur Masseneinwanderung über die Balkanroute im letzten und vorletzten Jahr sagte Cerar, dass die EU nicht zulassen dürfe, „dass sich diese Situation wiederholt“. Die Aufnahme von Flüchtlingen müsse kontrolliert ablaufen und begrenzt werden.

„Wenn ein Land nicht genug Kapazitäten hat, um die Menschen zu integrieren, dann werden sie an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Das ist weder für die Flüchtlinge, noch für das Gastland gut“, sagte Cerar.

Die Eindrücke der Flüchtlingstrecks von der sogenannten Balkanroute hätten sich in sein Gedächtnis gebrannt, so Cerar: „Die gewaltigen Bilder der Menschenmassen werde ich nie mehr vergessen. Verglichen mit Deutschland war es damals so, als kämen eine halbe Millionen Leute am Tag.“

Zu Angela Merkels Entscheidung vom Herbst 2015, Flüchtlinge aus Ungarn einreisen zu lassen, sagte Cerar: „Angela Merkel hat damals wohl etwas zu optimistisch gehandelt. Wir sollten uns ihre Haltung aber grundsätzlich bewahren. Flüchtlinge aus Kriegsgebieten müssen wir aufnehmen, andere Migranten aber nicht.“ (dts)

Kommentieren
Werte Leserinnen und Leser!
Konstruktive Kommentare sind für uns alle ein Gewinn.
Es gab schon viele Zuschriften, von denen wir sehr profitiert haben und dafür möchten wir Ihnen danken. Wir freuen uns, wenn Sie mit uns gemeinsam die Kommentarfunktion schätzen und sich mit allzu rabiaten Äußerungen zurückhalten. Als Medium können wir die Nachrichtenlage nicht ändern. Aber wir können gemeinsam einen kühlen Kopf bewahren.