US-Ökonomen fordern Dexit: Deutschlands Austritt aus dem Euro

Der Austritt Deutschlands aus dem Euro ist nach führenden US-Ökonomen die einzige Chance für die nachhaltige Lösung der Euro-Krise. Die Rückkehr zur D-Mark würde Deutschland und Europa nützen. Auch der frühere Chef der US-Notenbank Ben Bernanke äußert sich in diese Richtung.

Deutschland ist in den Augen führender US-Ökonomen das größte Problem der Eurozone. 

Der Princeton-Ökonom Ashoka Mody vertritt zum Beispiel die Auffassung, dass "Deutschland der Euro-Zone schade, weil es sich weigere, „die Rolle eines Hegemons“ in Europa zu spielen. Deutschland habe vom Euro am meisten profitiert und schaffe wegen seiner wirtschaftlichen Stärke ein Ungleichgewicht", schreiben die Deutschen Mittelstandsnachrichten.
Mody, der früher IWF-Direktor war, sieht das neue Griechenland-Programm als Fehler und zum Scheitern verurteilt, da es die bisherige Politik der Austerität fortsetzt – doch diese war bereits schon einmal gescheitert. Auf Bloomberg schrieb er schon im Juli, dass der Zahlungsbilanzüberschuss seit dem Ausbruch der Finanzkrise auf den Rekordwert von 215,3 Milliarden Euro gestiegen sei.
Länder mit solchen ungleichen Wirtschaften sollten lieber keine solche Währungsvereinigung eingehen. Der starke Euro wirkt wie eine Fremdwährung in Griechenland und dieses sei ähnlich wie Portugal und Italien nicht in der Lage, abzuwerten. Deshalb müsse Deutschland aus dem Euro austreten. Deutschland würde das verkraften:
Original: "The disruption from a German exit would be minor. Because a deutsche mark would buy more goods and services in Europe (and in the rest of the world) than does a euro today, the Germans would become richer in one stroke."
(zu deutsch: Die Unterbrechung durch einen deutschen Austritt [vom Euro] würde klein sein. Weil mit der Deutschen Mark mehr Waren und Dienstleistungen in Europa (und im Rest der Welt) gekauft werden könnten als mit einem Euro heute würden die Deutschen auf einem Schlag reicher werden.)

Ben Bernanke, früherer Chef der Fed, äußert sich ebenfalls in diese Richtung

Ben Bernanke, früher Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), denkt ebenfalls in diese Richtung. Er verzichtet auf die ausdrückliche Forderung nach einem Euro-Austritt Deutschlands. Möglicherweise geschieht das aus dem Grund, da eine Forderung nach der Wiedereinführung der D-Mark aus seinem Mund sofortige Spekulationen auslösen würde.
Er zieht das Problem an Hand eines Vergleiches der Arbeitslosigkeit auf. Offiziell ist die Arbeitslosigkeit in der Eurozone kontinuierlich gestiegen, während sie in Deutschland gesunken sei. Jedoch sind die Zahlen irreführend, da Leiharbeit, Teilzeit-Jobs, Billig-Jobs und die Tricks rund um Hartz IV die tatsächliche Situation erheblich verfälschen. 
Er sieht drei Gründe für die Probleme in der Eurozone. Als erstes meint er, dass die EZB zu spät mit dem Geld-Drucken begonnen hat. Zweitens sei die strenge Fiskalpolitik falsch, da sie den rezessiven Zyklus verstärkt. Und drittens sei die Bankenkrise noch längst nicht gelöst. 

Der Euro ist laut Bernanke weniger eine gemeinsame Währung, da Deutschland einen massiven Außenhandelüberschuss von 7,5 Prozent des BIP aufweist. Er meint, dass die Eurozone eher eine Ansammlung von unterschiedlich starken Teil-Europas ist, die durch ein fixes Wechselkurssystem aneinander gekoppelt sind.
Sein Vorschlag ist, dass die Euro-Zone künftig eine Vereinbarung schließen sollte, die Handelsüberschüsse verbietet oder bestraft. Der frühere Chef der Fed weiß, dass diese Forderung nicht realistisch ist. Frankreich wird seine Defizite nicht einhalten, auch Italien kann sein Defizit nicht schnell genug abbauen. Die zentralistische Steuerung der Fiskal-Politik in den einzelnen Staaten ist gescheitert.

George Soros forderte schon 2012 den Euro-Austritt Deutschlands

Der Großinvestor George Soros hatte bereits 2012 gefordert, dass Deutschland die Euro-Zone verlässt, um die Schuldenkrise zu lösen:
"Der US-Großinvestor George Soros schlägt eine radikale Lösung der Euro-Schuldenkrise vor: den Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone. Sollte die größte Ökonomie die Währungsunion verlassen, "würde sich das Problem in Luft auflösen", sagte Soros. In dem Falle würde der Euro kräftig an Wert verlieren und sich die Zinsen der dramatisch verschuldeten Staaten anpassen. Dies würde den schwachen Euro-Ländern wieder Luft zum Atmen geben." Schrieb die Welt. (ks)

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