Vater von Aylan Kurdi war Schlepper – Augenzeugin enthüllt Abdullah Kurdis Geheimnis

Epoch Times15. September 2015 Aktualisiert: 9. Juni 2017 10:59
Das Foto des ertrunkenen kleinen Aylan Kurdi (3) ging um die ganze Welt. Jetzt geht eine irakische Mutter an die Öffentlichkeit. Sie war mit ihrer Familie auf dem selben Boot und verlor zwei ihrer Kinder bei dem Unglück. Sie zeigt auf Abudllah Kurdi, den Vater des toten Jungen...
Unfassbare Einzelheiten wurden jetzt von der britischen Dailymail veröffentlicht, die sich mit den Hintergründen um den Tod des kleinen syrischen Jungen Aylan Kurdi beschäftigen. Der Dreijährige wurde nach dem Kentern eines Flüchtlingsbootes tot am Strand der westtürkischen Stadt Bodrum angespült. Das herzergreifende Bild löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus.

Eine teure Reise in den Tod gebucht…

Insgesamt kamen mindestens 12 Menschen bei dem Unglück ums Leben. Auch eine junge fünfköpfige Familie aus dem Irak war an Bord des Flüchtlingsbootes. Frau Zaynab Abbas reiste mit ihrem Mann und den drei Kindern aus dem Irak nach Istanbul an. Hier suchte sie fast zwei Wochen nach einer Möglichkeit, die gefährliche Überfahrt nach Griechenland zu wagen.

Als sich Frau Abbas mit zwei Männern in einem Café traf, bezahlte sie bei einem der beiden 10.000 US-Dollar für die Reise ihrer Familie. Dieser Mann versicherte ihr, dass die Tour sicher sei, da der Führer des Bootes selbst seine Frau und seine zwei Kinder dabei habe. Ihr wurde auch gesagt, dass nur sechs weitere Personen auf dem Boot seien.

Doch als die Familie das Boot besteigen wollte, waren schon 14 Menschen an Bord. Als das Boot dann ablegte, war es völlig überbesetzt. Außerdem waren zu wenig Schwimmwesten an Bord und der Fahrer fuhr viel zu schnell. Jetzt erhebt die Irakerin Zaynab Abbas schwere Vorwürfe gegen einen der Schlepper und Steuermann des Bootes, den zweiten Mann aus dem Cafe, der kein geringerer war, als der Vater des kleinen Aylan, Abdullah Kurdi.

Zaynab Abbas: Abdullah Kurdi fuhr das Boot

Der Syrer sagte in der Presse, dass der türkische Kapitän des Bootes angesichts der hohen Wellen ins Wasser sprang, als der Motor ausfiel und geflohen sei und er, Kurdi, danach erst das Ruder übernommen habe. Doch Zaynab Abbas sagt, dass dies nicht stimme und Kurdi von Anfang an das Boot steuerte. Im späteren Verlauf der Ermittlungen sagte ihr Ehemann Ahmed hadi Jawwad zu Reuters: „Die Geschichte, die Aylans Vater erzählt, ist nicht wahr. Ich weiß nicht, weshalb er lügt, vielleicht aus Angst.“ Ein weiterer Überlebender des Unglücks, der 22jährige Amir Haider, erzählte die gleiche Version der Geschichte.

In einem Synchron-Interview mit ihrer Cousine Lara Tahseen und dem australischen TV-Sender Network Ten bestätigt sie wiederholt: „Ja, es war Abdullah Kurdi, der das Boot fuhr.“ Unterwegs begann sich das Boot mit Wasser zu füllen. Ihr Mann habe Kurdi noch gebeten langsamer zu fahren, auch dessen Frau schrie ihn deswegen an, doch er reagierte nicht. Als das Boot kenterte, konnten sich Zaynab Abbas, ihr Mann und eines der Mädchen an Schwimmwesten festhalten. Von ihren anderen beiden Kindern fehlte aber jede Spur.

Zaynab Abbas verlor auf dieser Reise ihren achtjährigen Sohn Haidar und ihre zwölfjährige Tochter Zaynab und Abdullah Kurdi verlor seine ganze Familie, seine Frau Rehan und die beiden Söhne Aylan (3) und Galip (5). Am Donnerstag meldeten türkische Agenturen, dass vier mutmaßliche syrische Schlepper festgenommen wurden, Abdullah Kurdi war nicht dabei. Als Zaynab Abbas das hörte, ging sie an die Öffentlichkeit.

Zum Interview von Zaynab Abbas mit Network Ten

Doch als wenn diese Traurigkeit dieser Geschichte nicht schon genug wäre, enthüllt die Dailymotion noch ein Detail, was einen schmutzigen Schatten auf die ganze Berichterstattung um das Unglück wirft.

Die Leiche des kleinen Aylan wurde ursprünglich an einer ganz anderen Stelle der Küste von der See angespült, als auf dem Foto zu sehen war, welches um die ganze Welt ging. Unklar ist derzeit, wer letztendlich das tote Kind von der Stelle zwischen den Steinen am Felsenstrand hinüber zum Sandstrand brachte und es dort hinlegte, von wo aus das Foto dieser Tragödie um die ganze Welt ging. (sm)

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