Wieder Vergewaltigung in Malmö – Fünfter ungeklärter Fall in wenigen Wochen – Bürgerproteste und Nachtpatrouillien

Das neue Jahr fängt für die Mädchen und Frauen von Malmö, Südschweden, gar nicht gut an.

Mittwoch, 3. Januar 2018, gegen 18 Uhr, im Zentrum von Malmö: Ein Augenzeuge meldet der Polizei eine Vergewaltigung. Nils Norling, Sprecher der Malmöer Polizei, misst der Beobachtung genug Glaubwürdigkeit zu, dass er eine Vergewaltigungsmeldung herausgibt. Konkrete Angaben möchte er nicht machen. Wie der „Expressen“ berichtet, untersuchte die Polizei einen Tatort, laut Norling „an einem öffentlichen Ort im Zentrum von Malmö“, Genaueres, auch wird nicht veröffentlicht.

Es habe eine Voruntersuchung begonnen. Bisher gibt es keine Anzeige des noch unbekannten Opfers, berichtet „Sydvenskan“.

Wir haben vier ernsthafte Vergewaltigungen, die wir untersuchen. Wir haben keine offensichtlichen Ähnlichkeiten zwischen den Fällen gesehen, aber wir können nicht ausschließen, dass sie in irgendeiner Weise zusammengehören.“

(Nils Norling, Polizei Malmö)

Wie „Aftonbladet“ berichtet, wartet die Polizei auf eine Truppe Spezialisten, welche die zahlreichen DNA-Spuren nun auswertet. Laut einem Bericht der Polizei Schweden wird angesichts der Medienpräsenz der Vergewaltigungswelle auf eine erschwerte DNA-Erhebung bei Beteiligung mehrerer  Täter hingewiesen:

In Fällen, in denen DNA von mehr als zwei Personen von derselben Spur gesichert ist, ist es schwierig, Ergebnisse zu erzielen, und es besteht ein hohes Risiko, dass überhaupt keine Ergebnisse erzielt werden.“

(Stefan Johansson, Leiter der forensischen Abteilung in der Region Süd)

Vier Vergewaltigungen im November/Dezember

  1. Sonntag, 12. November: Ein 16-jähriges Mädchen wird im Zusammenhang mit einer Party in Segevång, Malmö von mehreren Männern vergewaltigt.
  2. Mittwoch, 15. November: Ein Mädchen wird von mehreren Männern in Södervärn in Malmö vergewaltigt.
  3. Samstag, 16. Dezember: Ein 17-jähriges Mädchen wird auf einem Spielplatz in Sofielund, Malmö vergewaltigt.
  4. Freitag, 29. Dezember: Eine Frau wird in einem Wohngebiet in Högaholm, Malmö von mehreren Männern vergewaltigt.
    (Quelle: Polizei Malmö)
Video: Besorgte Bürger in Malmö starteten am Freitag vor Weihnachten eine Initiative, um in den Straßen der Stadt zu patrouillieren, nachdem am Wochenende davor in der Nähe von Sofielund eine Jugendliche vergewaltigt worden war.

Zuletzt war am 29. Dezember eine 18-Jährige nachts aus eigener Kraft vom Tatort nach Hause zu geflohen. Dort alarmierte sie die Polizei. Sie wurde noch in derselben Nacht zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Lebensbedrohliche Verletzungen habe sie nicht erlitten, heißt es.

Nur wenige Tage zuvor protestierten Hunderte Bürger auf dem historischen Marktplatz der südschwedischen Stadt für härtere Strafen gegen die Täter. Hitzige Diskussionen beschäftigen seither die Menschen in Malmö.

„Raubtiere“ in der Nacht

Ausgelöst hatte die Proteste die dritte Gruppenvergewaltigung in vier Wochen. Eine 17-Jährige hatte es erwischt, am 16. Dezember, mitten in einem dicht besiedelten Wohngebiet – der Tatort: ein Kinderspielplatz. Die Polizei riet den Frauen der Stadt, im Dunkeln nicht mehr das Haus allein zu verlassen. Chefermittler Anders Nilsson warnte: „Diese Raubtiere konzentrieren sich auf Frauen, die nachts alleine draußen unterwegs sind.“

Eine Anwohnerin der Gegend rechnete aus, dass es in dieser Jahreszeit nur sieben Stunden und eine Minute am Tag hell ist und fragte:

Ist dies die Zeit, in der ich heute mein Leben leben muss?“

(Hanna Höie, Anwohnerin)

Der Wert eines Mädchenlebens

Angesichts des grausamen Vergewaltigungsfalls an der 17-Jährigen sagte Katerina Janouch, Autorin und Sexualberaterin zum Thema Beziehung und Missbrauch:

Ein Pfefferspray und ein Schlüsselbund in der Hand, welcher sich zwischen den Fingern ausbreitet, gehören nicht zu dem sicheren Schweden, für das wir in den letzten hundert Jahren gekämpft haben. (…) Wie viel ist ein Mädchenleben in Schweden im Jahr 2017 wert?“

(Katerina Janouch, fünffache Mutter und Journalistin)

Am Mittwoch, 15. November, wurde eine Frau in der Sigtuna(gatan)-Straße nur rund 600 Meter entfernt vom aktuellen Tatort von mehreren Männern schwer vergewaltigt.

Bereits am nächsten Tag durchsuchte die Polizei Malmö einen Park im Segevang, weil sie von einer Vergewaltigung erfahren hatte, die sich dort im Zusammenhang mit einer Party am 12. November ereignet haben soll.

Auch hier wurde eine Frau von mehreren Tätern angegriffen und sexuell missbraucht.

Doch nicht nur Malmö ist betroffen. In den ersten Januartagen kam es in Schweden (10 Mio. Einwohner) bereits zu mehreren Vergewaltigungen: In Linköping wurde eine junge Frau in der Neujahrsnacht vergewaltigt und wurde ins Krankenhaus eingeliefert, meldet die dortige Polizei, ebenso in Norrköping, in Österåker, in Stockholm blieb es beim Versuch …

Siehe auch:

Schweden: „No-Go-Areas“ oder „besonders empfindliche Gebiete“? – Haarspaltereien statt Offenheit – „Tagesschau“ mischt mit

40 Jahre Multikulti in Schweden: 300 Prozent mehr Gewaltverbrechen und 1472 Prozent mehr Vergewaltigungen

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