Wien: 55,5 Prozent mehr Sex-Übergriffe

In Wien verzeichnete die Polizei 2016 55,5 Prozent mehr sexuelle Belästigungen als im Vorjahr. Als Grund für diese Entwicklung führt die Polizei den vermehrten Zuzug von Fremden an. Allgemein wurden in Wien 3,8 Prozent mehr Straftaten als im Österreichdurchschnitt verzeichnet. Gleichzeitig sei dagegen die Zahl an Wohnungseinbrüchen und Kfz-Diebstählen weiter gesunken.

In 2016 hat in Wien die Zahl der Anzeigen wegen sexueller Belästigung und öffentlich geschlechtlichen Handlungen um 55,5 Prozent zugenommen. Ein Grund für den Anstieg sei die Erweiterung des Paragrafen 218 StGB Anfang 2016, erklärt der Leiter des Landeskriminalamtes Wien Josef Kerbl. Deswegen sind seit 1. Januar 2016 auch „körperliche Belästigungen im Bereich der sexuellen Sphäre“ – wie „PoGrapschen“ – strafbar. Auch bestehe ein Zusammenhang mit dem Zuzug von Fremden.  Die „Kronen-Zeitung“ berichtet.

Die Zahl der angezeigten Vergewaltigungen stieg um 8,5 Prozent auf 343 Taten. Diese wurden laut Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl überwiegend im Familien- und Bekanntenkreis verübt.

Anteil fremder Tatverdächtiger seit 2007 von 37 auf 51 Prozent

2007 waren es erst 37 Prozent fremde Tatverdächtige in der Gesamtstatistik. 2016 war es mit rund 51 Prozent bereits jeder Zweite. Insbesondere bei Asylwerbern gab es einen Anstieg von 45 Prozent. Wegen anderer Wertvorstellungen gebe es in gewissen Kommunen Aufklärungsbedarf. Für 2017 soll es verstärkte Polizeipräsenz im öffentlichen Raum geben, um Bandenkriminalität zu verhindern.

Allgemein liegt Wien mit 3,8 Prozent über dem Österreichdurchschnitt. Pro Tag wurden 2016 in Wien 45 Gewalttaten verübt.

Dagegen seien im Bereich der Wohnungs- und Kfz-Einbrüche, die Delikte in den vergangenen zehn Jahren zurückgegangen – teilweise um die Hälfte. Dort wolle die Polizei „die Arbeit konsequent fortsetzen“.