Wir sind alle Syrer, dank neuer falscher Pässe - Afrikaner, Albaner, Kosovaren und Tschetschenen

Epoch Times, Samstag, 26. September 2015 16:05
"Ein syrischer Pass ist derzeit das beste Dokument, um das Tor nach Europa zu öffnen." - Keiner weiß, wie viele Migranten mit falschen syrischen Pässen reisen. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex schätzt zehn Prozent, die Bundesregierung geht von etwa 30 Prozent aus, ein türkischer Schmuggler bestätigte nur 20 Prozent echte Syrer in seinen "Reisegruppen". Hinzu kommen 73 Prozent, die keine Papiere haben...
Wer ist ein echter Syrer?
Wer ist ein echter Syrer?
Foto: Sean Gallup/Getty Images

20 Prozent der Asylanträge in diesem Jahr stammen von Syrern, die dazu auch noch eine Anerkennungsquote nahe 100 Prozent haben. Sie führen damit die Top Ten der Asylstatistik an. Nach der Einstufung von Albanien, Kosovo und Montenegro als "sichere Herkunftsstaaten" (Mazedonien und Serbien gehören sowieso schon dazu), fallen damit die Plätze zwei bis vier der Asylantragsstatistik weg (siehe BAMF). Und plötzlich möchten alle Migranten Syrer sein, albanische Syrer, Kosovo-Syrer, ja sogar schwarze Syrer aus Afrika gibt es schon. Doch woher kommen die vielen falschen Syrer?

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Die "Reisegruppen" von Istanbul

Sie treffen sich auf dem Aksaray-Platz in Istanbul, Abend für Abend, so um die 300 Menschen. Dann teilt sich der Pulk in kleinere Reisegruppen, geschart um ihre "Reiseleiter" auf. Diese Koordinatoren versorgen ihre Gruppe anschließend mit den gekauften falschen Pässen, meldet jetzt "Sputniknews" und verweist auf einen Bericht der dänischen Tageszeitung "Berlingske". Das ist die letzte Phase der gut organisierten Route nach Europa und wird mit dem Boot erbracht.

Schmuggler: Nur 20 Prozent sind echte Syrer

Der schwarze Markt von Istanbul bietet ihnen allen Pässe an: Nordafrikaner, Albaner, Iraker und Tschetschenen, denn "ein syrischer Pass ist derzeit das beste Dokument, um das Tor nach Europa zu öffnen", so die "Berlingske" und verweist auf einen Schmuggler: "Nur 20 Prozent der Menschen mit syrischen Pässen waren in meinen Gruppen richtige Syrer. Den größten Teil machen dagegen Migranten aus, die syrische Pässe hier auf dem Markt kaufen." Seinen Aussagen zufolge müsse ein Syrer rund 1.000 Euro für einen neuen syrischen Pass zahlen, die anderen zahlen das Fünffache. Mit solchen Pässen fährt man meistens auf dem Seeweg weiter. Auf die Frage nach versteckten IS-Kämpfern, sagt er ausweichend: "Das kann man nicht sehen. Vor der Reise rasieren sich die Kämpfer den Bart ab und sehen wie alle anderen aus."

Dank Korruption - Das Geschäft mit den Pässen floriert

Er habe in diesem Jahr schon an die 2.000 Menschen nach Europa geschickt. Obwohl in der Türkei der Handel mit gefälschten Pässen bis zu 25 Jahre Haft einbringen kann, läuft es praktisch fast legal ab, so die Zeitung, die einen türkischen Journalisten erwähnt, der für 400 Euro einen falschen finnischen Pass kaufen konnte. Mit solch einem europäischen Pass oder auch mit einem amerikanischen, könne man sogar mit dem Flugzeug reisen. Dann werde ein Zollbeamter am Flughafen in Istanbul bezahlt, der dann gewisse Personen ohne Passkontrolle durchlassen würde.

Ein anderer Weg für einen Syrer wäre die Buchung eines Fluges in den Libanon, da er dorthin kein Visum braucht. So passiert er die Kontrollen im Abflugbereich des türkischen Flughafens. Am Gate wird er aber abgeholt und bekommt z.B. einen deutschen Paß und das passende Flugticket nach Europa, so "Berlingske" weiter. 

Syrer, falsche Syrer, ohne Pass - kein Problem

Doch wen sollen Grenzkontrollen abschrecken, wenn man als Albaner, Iraker oder Nordafrikaner einen wertvollen syrischen Pass in den Händen hält? Stimmt, nicht alle haben Pässe. Die "Welt" berichtete, dass um die 73 Prozent der Migranten im laufenden Asylverfahren angaben, keine Papiere zu haben. Doch selbst ohne Papiere lässt es sich in der Meute versuchen, wie im österreichischen Grenzort Bad Radkersberg an der slowenischen Grenze gesehen - "Willkommen", wenn auch nicht ganz freiwillig. Die Situation kommt aber nicht wirklich überraschend, tauchte doch in dieser Woche ein internes Geheimdokument des österreichischen Innenministeriums auf. Geheim bedeutet, nicht für die Öffentlichkeit geeignet, nur intern, denn es spricht eine Wahrheit aus, die manch einer noch nicht wahr haben will, es spricht von "Außerkraftsetzen der gesetzlichen Strukturen". (sm)



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