„Aha-Erlebnis“: Französischer und US-Astronaut unternehmen Weltraumspaziergang

Der Franzose Thomas Pesquet und sein US-Kollege Shane Kimbrough haben heute einen gemeinsamen Ausflug ins All unternommen.

Zwei Astronauten der internationalen Raumstation ISS haben am Freitag einen gemeinsamen Ausflug ins All gemacht. Der Franzose Thomas Pesquet und sein US-Kollege Shane Kimbrough schalteten um 12.24 Uhr (MEZ) ihre Raumanzüge auf Eigenstrom um und schwebten aus der ISS hinaus. Neben Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten sollten sie nach Angaben der Nasa die Einrichtung neuer Andockstationen für die nächste Generation von Raumfähren vorbereiten.

Für Pesquet war es der zweite Weltraumspaziergang seiner Karriere, für Kimbrough bereits der fünfte. „Nach draußen zu gehen ist für mich immer das Aha-Erlebnis“, sagte Kimbrough diese Woche in einem Nasa-Interview. Der 49-Jährige äußerte sich zudem zufrieden über seinen ersten gemeinsamen Außeneinsatz mit Pesquet im Januar. Der 39-jährige Pesquet absolvierte als vierter Franzose und als elfter Europäer überhaupt einen Weltraumspaziergang.

Parkplatz für Weltraumtaxis

Bei dem auf sechseinhalb Stunden angesetzten Einsatz am Freitag sollten die Astronauten Vorbereitungen für die Installation des zweiten von zwei Parkplätzen für Weltraumtaxis treffen. Nach Angaben der Nasa sollten sie Kabel und elekronische Verbindungen am sogenannten Pressurized Mating Adapter (PMA) trennen, der für das Andocken von Raumfahrzeugen benötigt wird. Der Adapter soll bei einem weiteren Außeneinsatz am kommenden Donnerstag mithilfe eines Roboters vom ISS-Modul Tranquility zum Modul Harmony verlegt werden.

Am neuen Standort soll der International Docking Adapter angebracht werden. Dort soll schon ab dem kommenden Jahr die neue Generation von Raumfähren andocken, an denen die Unternehmen SpaceX und Boeing arbeiten. Der unbemannte SpaceX-Raumfrachter Dragon soll den International Docking Adapter zur ISS bringen.

Nächster Außeneinsatz am 30. März

Beim nächsten Außeneinsatz am 30. März wird Kimbrough mit der US-Astronautin Peggy Whitson ins All schweben, für die es bereits der achte Weltraumspaziergang sein wird. Am 6. April ist dann wiederum ein gemeinsamer Einsatz von Pesquet und Whitson geplant. Die 57-jährige Whitson wird im April zudem den Rekord für die längste Aufenthaltsdauer eines US-Astronauten im All brechen. Bislang hält Jeff Williams mit 534 Tagen den US-Rekord, während der Russe Gennady Padalka mit zusammengezählt 879 Tagen im All den Weltrekord hält. (afp)