Anschlag auf Deutsche in Istanbul: Drei Syrer zu lebenslanger Haft verurteilt

Epoch Times31. January 2018 Aktualisiert: 31. Januar 2018 13:51
Mehr als zwei Jahre nach einem Selbstmordanschlag auf Deutsche in Istanbul hat ein türkisches Gericht drei Syrer zu lebenslanger Haft verurteilt. Mehrere weitere Beschuldigte wurden am Mittwoch in Istanbul freigesprochen.

Zwei Jahre nach dem tödlichen Anschlag auf eine deutsche Reisegruppe vor der Blauen Moschee in Istanbul sind drei Hintermänner zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Die drei syrischen Angeklagten müssen wegen des Versuchs der gewaltsamen Änderung der Verfassung lebenslang in Haft, wie das Gericht in Istanbul am Mittwoch urteilte. Bei dem Selbstmordanschlag waren zwölf deutsche Touristen getötet worden.

Vor Gericht mussten sich drei junge Syrer und ein Iraker verantworten, die den Attentäter Nabil Fadli bei der Vorbereitung des Anschlags unterstützt haben sollen. Alle Angeklagten bestritten vor der Urteilsverkündung erneut die Vorwürfe.

In dem Prozess im Istanbuler Justizpalast Caglayan waren insgesamt 26 Verdächtige angeklagt, jedoch erschienen nur die vier Hauptangeklagten vor Gericht. Vier der Mitangeklagten sind flüchtig. Die Vorwürfe reichten von illegalem Sprengstoffbesitz über Mitgliedschaft in einer Terrororganisation bis hin zu Beihilfe zum Mord.

Hinter dem Anschlag wird die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) vermutet, doch bekannte sich die Extremistengruppe selbst nicht zur Tat. Als Drahtzieher gilt ein flüchtiges IS-Mitglied mit dem Namen Omar Ebu Abid, der laut Anklageschrift Auslandschef der IS-Miliz war. Er soll den 1988 in Saudi-Arabien geborenen syrischen Attentäter Fadli angeleitet haben.

Fadli sprengte sich am Morgen des 12. Januar 2016 inmitten einer deutschen Reisegruppe in die Luft. Die türkische Reiseleiterin konnte gerade noch eine Warnung rufen, doch riss der Attentäter zwölf Menschen in den Tod, 16 weitere Menschen wurden verletzt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Fadli gezielt Deutsche angriff. Angehörige der Opfer nahmen nicht an dem Prozess teil.

Die drei syrischen Angeklagten wurden zu mehrmals lebenslanger Haft wegen Versuchs zur gewaltsamen Änderung der Verfassung sowie zu mehrjährigen Freiheitsstrafen wegen vorsätzlicher Tötung verurteilt. Der Iraker erhielt wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation sechs Jahre und drei Monate Haft, wurde aber wegen der Länge der U-Haft freigelassen.

Das Verfahren gegen die drei flüchtigen mutmaßlichen Drahtzieher des Anschlags wurde abgetrennt. 18 Mitangeklagte wurden freigesprochen. (afp)

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