In Berlin getöteter polnischer LKW-Fahrer beigesetzt – Internationale Spendensammlung für seine Witwe und seinen Sohn

Der bei dem Anschlag in Berlin getötete polnische LKW-Fahrer ist am Freitag in seinem Heimatdorf Banie bei Stettin beigesetzt worden. Landesweit blieben zu Beginn der Gedenkmesse hunderte Lastwagen stehen und hupten. An den Trauerfeierlichkeiten nahmen auch Polens Präsident Andrzej Duda sowie Vertreter der polnischen Regierung und Deutschlands teil.

Der bei dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt getötete polnische LKW-Fahrer ist am Freitag in seinem Heimatdorf Banie bei Stettin beigesetzt worden. Angehörige, Freunde und Kollegen erwiesen Lukasz Urban dort die letzte Ehre, landesweit blieben zu Beginn der Gedenkmesse hunderte Lastwagen stehen und hupten.

An den Trauerfeierlichkeiten nahmen auch Polens Präsident Andrzej Duda sowie Vertreter der polnischen Regierung und Deutschlands teil.

Später wollten mehr als hundert Lastwagenfahrer mit einem Konvoi nach Banie dem Opfer und seiner Familie ihre Anteilnahme bezeugen.

LKW-Fahrer aus Großbritannien sammelten mehr als 200.000 Euro für die Witwe

Der britische Lastwagenfahrer Dave Duncan sammelte für die Witwe seines 37-jährigen Kollegen Urban, Zuzanna, und deren 17-jährigen Sohn mehr als 200.000 Euro. Polnische LKW-Fahrer starteten eine ähnliche Spendenaktion. Die Bestattungskosten übernahm der polnische Staat.

Der Weihbischof in Stettin-Cammin, Henryk Wejman, verwies in seiner Predigt auf die Großherzigkeit des Verstorbenen. Dies hoben auch andere Menschen hervor, die von Urban Abschied nahmen.

„Wir sind sehr traurig“, sagte seine Freundin aus Kindertagen, die 34-jährige Danuta Jurewicz. „Lukasz war ein sehr guter Mensch. Er fuhr mich und Zuzannas Schwester zur Schule. Nie hat er jemandem etwas abgeschlagen.“

Die Familie erkannte seinen LKW

Das Familienmitglied Zofia Zurek erinnerte sich an die Fernsehbilder vom Anschlag. „Wir haben seinen Laster erkannt, wir wussten, dass er es ist. Bis zur Identifizierung der Leiche haben wir gehofft. Lukacz war ein fantastischer Junge, und er kümmerte sich vorbildlich um seine Familie.“

Urban war der registrierte Fahrer des Sattelschleppers, mit dem der mutmaßliche tunesische Attentäter Anis Amri am 19. Dezember in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin gerast war und elf Menschen getötet hatte. Der Pole als zwölftes Opfer wurde tot auf dem Beifahrersitz gefunden. Er war vermutlich vor dem Anschlag von Amri erschossen worden.

Zwischenzeitlich war spekuliert worden, Urban könnte dem islamistischen Attentäter ins Lenkrad gegriffen und damit Schlimmeres verhindert haben. Nach neuesten Erkenntnissen wurde der LKW jedoch durch ein automatisches Bremssystem gestoppt. Amri wurde in der Nacht zum 23. Dezember bei Mailand von der italienischen Polizei erschossen. (afp)