Besuch für Deniz Yücel: Türkei erlaubt deutschen Diplomaten Zugang zum inhaftierten „Welt“-Reporter

Der "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel befindet sich schon seit sieben Wochen wegen Propaganda für eine terroristische Vereinigung und Aufwiegelung der Bevölkerung in U-Haft. Heute hat die Türkei offiziell per Verbalnote bestätigt, dass deutsche Diplomaten morgen Zugang zu Yücel erhalten werden.

Sieben Wochen nach der Festnahme des „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel in der Türkei erhält Deutschland konsularischen Zugang zu dem Journalisten. Die Türkei habe per Verbalnote bestätigt, dass deutsche Diplomaten am Dienstag Zugang zu Yücel erhalten würden, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin.

„Ich habe am Freitag am Rande des Nato-Außenministertreffens meinen türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu nochmals gebeten, dass wir konsularischen Zugang zu Deniz Yücel erhalten“, zitierte der Ministeriumssprecher Außenminister Sigmar Gabriel (SPD).

Dabei habe Gabriel auf Einhaltung einer Zusage des türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim wegen des Zugangs zu Yücel gepocht. Cavusoglu habe sich daraufhin offensichtlich in Ankara dafür eingesetzt.

„Dafür danke ich ihm“, erklärte Gabriel demnach weiter. „Heute morgen hat die Türkei offiziell per Verbalnote bestätigt, dass wir morgen endlich Zugang zu Deniz Yücel erhalten werden, um uns nach schweren Tagen der Haft von seinem Wohlbefinden zu überzeugen“, zitierte der Sprecher den Minister weiter. Dies sei „ein Schritt nach vorne“.

Dazu, ob damit auch dauerhaft ein konsularischer Zugang zu Yücel gewährleistet ist, legte sich der Sprecher nicht fest. Im Vordergrund stehe zunächst die Vorbereitung des Besuchs am Dienstag, sagte er lediglich.

Laut Reporter ohne Grenzen sitzen derzeit rund 150 Journalisten in türkischen Gefängnissen. Mindestens 49 seien „in direktem Zusammenhang mit ihrer journalistischen Tätigkeit“ in Haft.

Seit 14. Februar wegen Terrorpropaganda und Volksverhetzung in U-Haft

Yücel hatte sich am 14. Februar der Polizei in Istanbul zur Befragung gestellt und war daraufhin in Gewahrsam genommen worden. Zwei Wochen später ordnete ein Haftrichter an, den deutsch-türkischen Journalisten wegen Terrorpropaganda und Volksverhetzung in U-Haft zu nehmen.

Gemäß geltendem Recht kann diese bis zu fünf Jahren dauern. Die Entscheidung stieß in Deutschland auf scharfe Kritik. Die Bundesregierung äußerte sich öffentlich befremdet über die Anschuldigungen.

Präsident Recep Tayyip Erdogan warf Yücel in einer Rede „Spionage“ vor und bezeichnete ihn als Agenten der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

Wie EPOCH TIMES schon am 1. März berichtete, bekennt sich Yücel offen zur PKK, auch warb er schon dafür, das Verbot für sie aufzuheben. Außerdem werden ihm Verbindungen zur linksextremistischen türkischen Hackergruppe Redhack vorgeworfen. (dts/afp/as)