Brasiliens Ex-Präsident Lula droht lange Haft

Er könnte wieder Brasilien regieren - oder für viele Jahre ins Gefängnis gehen: Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva erwartet heute sein Berufungsurteil in einem Korruptionsprozess. Seine Anhänger glauben an eine politische Verschwörung.

In einem umstrittenen Korruptionsprozess entscheidet ein Berufungsgericht im brasilianischen in Porto Alegre heute über eine langjährige Haftstrafe für Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva.

Im Juli vergangenen Jahres war der 72-jährige Lula von dem Richter Sérgio Moro in Curitiba zu neuneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Jetzt steht das Urteil in der Berufungsinstanz an.

Dabei geht es um den Vorwurf, dass ein Baukonzern für Lula ein Appartement am Atlantik aufwendig modernisiert haben soll – im Gegenzug für Auftragsvergaben des Ölkonzerns Petrobras.

Der Fall ist hochbrisant, da Lula in allen Umfragen vor der Präsidentenwahl im Oktober führt. Der frühere Schuhputzer, der das Land bereits von 2003 bis 2010 regierte, könnte statt eines Comebacks im Gefängnis landen.

Lula bestreit die Vorwürfe, er sei gar nicht der Besitzer der Immobilie. Zehntausende Anhänger werden in Porto Alegre erwartet, sie sehen einen politischen Prozess, um Lula von der geplanten erneuten Kandidatur für das Präsidentenamt abzuhalten.

Während seiner Zeit als Präsident des fünftgrößten Landes der Welt wuchs die Wirtschaft kräftig – auch dank sprudelnder Öleinnahmen. Über 30 Millionen Menschen seien zudem aus bitterer Armut geholt worden, so Lula.  (dpa)