China ist größter Waffenlieferant an terroristische Gruppen

Von und 5. January 2018 Aktualisiert: 5. Januar 2018 14:51
Eine Expertenanalyse ergab, dass rund 90 Prozent aller Waffen, die von Terroristen im nahen Osten benutzt werden, aus China und Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes stammen.

Bis zu 90 Prozent der von ISIS im Irak und Syrien beschlagnahmten Waffen stammen aus China, Russland und Osteuropa, heißt es in einem Bericht, über den die englische „Dailymail“ schreibt.

US-Waffen machten demnach nur 1,8 Prozent der zwischen 2014 und 2017 sichergestellten Kriegs-Gegenstände aus, während 43,5 Prozent der Waffen aus China stammten, so die Analysten.

Die Zahlen scheinen wiederholte Behauptungen von ISIS-Propagandachefs, dass ein Großteil der Waffen aus dem Westen käme, zu widerlegen, heißt es.

Experten untersuchten 40.000 Waffen, die von Terroristen in Syrien und im Irak verwendet wurden. Zu den gebräuchlichsten Waffentypen, die in der Analyse dokumentiert wurden, gehörten Sturmgewehre, mittlere Maschinengewehre, leichte Maschinengewehre und 40mm-Werfer.

Fast die Hälfte der Terrorwaffen kommen aus China

„Conflict Armament Research“ hat herausgefunden, dass 43,5 Prozent der in dieser Zeit beschlagnahmten Waffen aus China stammen.

In einem Zug fanden irakische Streitkräfte 122 chinesische Maschinengewehre vom Typ 81 7,62 x 39 mm und 61 chinesische Maschinengewehre vom Typ 67-2 7,62 x 54R mm.

Sie fanden auch einzelne Rationen von leistungssteigernden Amphetaminen für die Ausgabe an ISIS-Kämpfer in einem Speicher, der im Al Shura Distrikt südlich von Mosul entdeckt wurde, als die Stadt Ende letzten Jahres zurückerobert wurde.

Rumänien und Russland vorn mit dabei

Die Analyse ergab weiterhin, dass 12,9 Prozent der gefundenen Waffen aus Rumänien stammten, während 9,6 Prozent aus Russland und 7,2 Prozent aus Ungarn stammten.

Etwas mehr als 5 Prozent stammten aus Bulgarien, 4 Prozent aus Serbien und 3,6 Prozent aus Deutschland.

Nur 3,2 Prozent stammten aus dem Irak, während 0,9 Prozent der Waffen aus dem Iran stammten, so die Analyse.

Kaliber aus dem Warschauer Pakt

In der Zusammenfassung des Berichts hieß es: „Beträchtliche internationale Aufmerksamkeit hat sich auf die Eroberung von US-Waffen durch IS-Streitkräfte aus irakischen Militäreinheiten konzentriert, doch diese Waffen machen nur 2 Prozent der Beteiligungen der Gruppe an ihren Operationen im Irak und in Syrien aus.

Die meisten Waffen der Gruppe sind Kaliber des Warschauer Pakts, die bei irakischen und syrischen Streitkräften weit verbreitet sind und auch von den meisten Oppositionskräften eingesetzt werden, die im syrischen Konflikt kämpfen.

Die Ursprünge dieser Waffen spiegeln die allgemeinen Trends auf dem Weltmarkt für Material im Kaliber des Warschauer Paktes wider. China dominiert als Produzent.

Waffen, die von EU-Mitgliedstaaten in Osteuropa hergestellt werden, bilden den größten Teil des verbleibenden Materials, das von IS-Streitkräften auf beiden Seiten der irakisch-syrischen Grenze eingesetzt wird.

Russisch hergestellte Waffen sind die zweithäufigsten Typen unter den IS-Streitkräften in Syrien, aber nicht im Irak (möglicherweise aufgrund der russischen Unterstützung des syrischen Regimes und des anschließenden Erwerbs durch IS-Streitkräfte).

Warum liefert China so viele Waffen an Terrorgruppen?

Der in den USA lebende politische Kommentator Zeng Hong erklärte dazu gegenüber der chinesischen Epoche Times: „Die Kommunistische Partei Chinas verfolgt zwei Hauptziele. Zum einen will sie natürlich Geld verdienen, aber noch viel wichtiger für sie ist, die westliche Gesellschaft mit Terrorangriffe abzulenken.“ Während sich die westliche Welt mit dem Terror beschäftige, könne China ganz unbemerkt seine militärische Kraft ausweiten, meint Zeng.

Weiter erklärt er, dass China im Hintergrund auch Nordkorea unterstütze, Atomwaffen zu entwickeln. Damit verfolge die KP dieselbe Strategie wie mit dem IS. „China freut sich über Organisationen wie den IS oder die Taliban und auch über Nordkorea, denn während der Rest der Welt abgelenkt ist, kann die KP gelassen seine eigenen Ziele verfolgen“, so Zeng.

Er meint sogar, ohne den Anschlag vom 11. September, hätte die USA schon längst etwas gegen China unternommen. Aber seit der Attacke von New York hätten die USA weniger Zeit, sich um die Bekämpfung des Kommunismus zu kümmern. Vor dem Anschlag habe sich George Bush schon bereit gemacht, sich mit dem kommunistischen China auseinanderzusetzen.

Im Land der Mitte selbst verbreite die KP unerläßlich die Propaganda, dass im eigenen Land Ruhe herrsche während der Rest der Welt mit Unruhen und Anschlägen konfrontiert sei, erklärt Zeng weiter. Es gehöre zur Strategie der KP, den Eindruck zu vermitteln, das demokratische Konzept der westlichen Welt sei zum Scheitern verurteilt, das eigene System sei indes unfehlbar. „Doch während sie das tun, verkaufen sie fleißig Waffen ins Ausland,“ so Zeng.

Warum Waffen aus dem alten Ostblock?

China-Experte He Anquan erklärte gegenüber der chinesischen Epoche Times, warum die Terroristen so gern Waffen aus China und dem früheren Ostblock kaufen würden: „Erstens sind sie billiger als andere Waffen und zweitens sind sie auf dem Schwarzmarkt leicht erhältlich, weil zum Teil schon veraltet.“

Laut einer Waffen-Untersuchung, die die Financial Times im Dezember 2017 veröffentlichte, wurde von einem Forschungsinstitut festgestellt, dass fast alle Drohnen, die der IS verwendete, aus China gekauft wurden.

Zeng dazu: „Die KP erklärt zwar in der Öffentlichkeit, dass sie gegen Terrorismus sei, aber genau das Gegenteil ist der Fall.

 

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