CIA-Agent: Mit Saddam Hussein an der Macht, gäbe es heute keinen IS

Der Ex-CIA-Agent John Nixon, der den ehemaligen irakischen Führer Saddam Hussein nach seiner Verhaftung verhörte, schreibt in seinem unlängst veröffentlichten Buch, dass es mit Saddam an der Macht, keinen IS im Irak gäbe. Nixon meint auch: angesichts des anhaltenden Chaos im Irak könne man durchaus zu dem Schluss kommen, dass Saddam Hussein nicht die schlechteste Option für das Land war.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hätte im Irak keine Chance gehabt, wenn der gestürzte irakische Staatschef Saddam Hussein heute noch an der Macht wäre. Das meint John Nixon, ein ehemaliger CIA-Agent der Saddam Hussein nach seiner Verhaftung im Dezember 2003 verhört hatte, berichtet RT.

Nixon veröffentlichte vor Kurzem ein Buch mit dem Titel „Debriefing the President: The Interrogation of Saddam Hussein“. Darin beschreibt er die Befragung Saddam Husseins und die Folgen der US-amerikanischen Irak-Invasion.

Der Ex-CIA-Mann glaubt, wenn Saddam Hussain an der Macht geblieben wäre, wäre der schnelle Aufstieg des IS nahezu unmöglich gewesen. „Es ist unwahrscheinlich, dass eine Gruppe wie der IS unter seinem repressiven Regime derartige Erfolge hätte feiern können, wie sie unter dem schiitisch geführten Bagdad möglich waren“, zitiert RT Nixon.

Der irakische Führer, der von 1979 bis 2003 an der Macht war, habe genau gewusst welche Gefahren von den aufstrebenden dschihadistischen Kräften ausgingen. Er habe alles getan um eine derartige Strömungen zu unterdrücken. Die islamistischen Extremisten im Irak seien die größte Gefahr für seine Herrschaft und für seinen Sicherheitsapparat gewesen, so Nixon weiter. Deshalb habe Saddam diese Bedrohungen mit allen Mitteln bekämpft.

Der ehemalige Agent erklärt, eine Art widerwilligen Respekt für den ehemaligen Staatschef zu haben, da es dem irakischen Führer möglich war, den Staat so lange zusammenzuhalten. Nixon betont aber auch, dass der in 2006 gehängte Hussein, aus seiner Sicht, nicht unschuldig in Bezug auf die Vorwürfe des Mordes, der Erpressung und illegitimer Verhaftungen gewesen war.

Angesichts des anhaltenden Chaos im Irak, das in Folge der US-geführten Invasion ausgebrochen ist, könne man aber durchaus zu dem Schluss kommen, dass Saddam Hussein nicht die schlechteste Option für den Irak war, meint Nixon.

Rückblickend erscheine „die Vorstellung, einen alternden Saddam an der Macht zu haben, fast vorteilhaft in Anbetracht des verschwendeten Einsatzes, den unsere stolzen Männer und Frauen in Uniform erbrachten, und verglichen mit dem Aufstieg des IS.“ Und dabei seien die Milliarden an Steuergeldern, die für den Wiederaufbau des Iraks ausgegeben wurden, noch nicht eingerechnet, so der Ex-Agent.

John Nixon gibt laut RT auch an, dass Saddam Hussein ihm bei seiner Befragung prophezeite, dass die USA es nicht schaffen werde den Irak zu stabilisieren. Der Westen würde im Irak scheitern, „denn sie beherrschen die Sprache nicht, kennen die Geschichte nicht und verstehen nicht die arabische Mentalität“, so Saddam Hussein zu Nixon.

Im zweiten Irak-Krieg wurden rund 4.500 US-Soldaten, 179 britische Soldaten und 150.000 Iraker getötet. Hunderttausende befinden sich auf der Flucht. (so)