Kein Scherz! Nordkorea und Südkorea planen Wiedervereinigung!

Zwischen Nord- und Südkorea bahnt sich eine Sensation an: Die Wiedervereinigung der beiden verfeindeten Staaten steht offenbar kurz bevor. Zwar gibt es noch keine offizielle Ankündigung, doch die Ereignisse scheinen sich …

Zwischen Nord- und Südkorea bahnt sich eine Sensation an: Die Wiedervereinigung der beiden verfeindeten Staaten steht offenbar kurz bevor. Zwar gibt es noch keine offizielle Ankündigung, doch die Ereignisse scheinen sich hinter den Kulissen zu überschlagen: Südkorea übernimmt bei der geplanten Wiedervereinigung vermutlich die führende Rolle – politisch unterstützt von Chinas Staatschef Xi Jinping!

Das Verschwinden von Diktator Kim Jong Un bekommt vor diesem Hintergrund eine ganz neue Bedeutung. Doch der Reihe nach.
Nordkorea will „Staatenbündnis“
Am 28. September hatte der Außenminister Nordkoreas, Ri Su-yong, bei der 69. Sitzung der UN in New York erklärt, dass eine Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea nur durch ein Staatenbündnis möglich sei. Eine Sensation, wenn man bedenkt, dass seit 15 Jahren kein nordkoreanischer Außenminister an einer New Yorker UN-Konferenz teilgenommen hat – und noch nie ein Wörtchen von Wiedervereinigung fiel.
Südkoreas Präsidentin hat schon konkrete Pläne
Am 7. Oktober appellierte die Präsidentin Südkoreas, Park Geun-hye, nun beim „8. Welttag der Koreaner“ an das „gesamte koreanische Volk, gemeinsame Anstrengungen zur Wiedervereinigung der Halbinsel“ zu unternehmen.
Für den 13. Oktober setzte die Präsidentin die „2. Plenarsitzung des Vorbereitungskomitees der Wiedervereinigung“ an – diese Institution war erst Anfang August gegründet worden.
Nach Berichten der koreanischen Presseagentur und des südkoreanischen KBS World Radio sind die Pläne bereits sehr konkret: Bei der Tagung wird es um die Entwicklung der Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea und konkrete Pläne für die Wiedervereinigung gehen. Eine gemeinsame Vereinigungs-Charta und ein neues Wirtschaftsentwicklungsmodell für die wiedervereinigte Halbinsel soll entworfen werden. Auch werden „konkrete Schritte zur Durchführung der Wiedervereinigung“ und die „Vorbereitung der Bevölkerung auf den Alltag nach der Wiedervereinigung“ geplant.
Den Berichten zufolge wurde die Tagesordnung dieser historischen Sitzung schon vor dem „Überraschungsbesuch“ der nordkoreanischen Spitze festgelegt, der am 4. Oktober zur Abschlussfeier der Asien-Spiele stattfand. Anlässlich des Besuches wurden geplante Gespräche zwischen den Staatsspitzen von Nord- und Südkorea ab Ende Oktober bekannt gegeben.
Nordkorea spricht erstmals über „mangelhafte Menschenrechtslage“
Zeitgleich zur Ankündigung Parks ereignete sich bei der UN Denkwürdiges. Am 7. Oktober gaben die ständigen Vertreter Nordkoreas in der UN den allerersten Bericht zur Menschenrechtslage in Nordkorea ab. Und zum allererstenmal wurde offiziell zugegeben, dass es in Nordkorea Arbeitslager gibt und die Menschenrechtslage „sehr mangelhaft“ und „verbesserungsbedürftig“ sei.
Am 8. Oktober leitetet die UN dann inoffiziell einen „Resolutionsentwurf der EU gegen Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea“ an ihre Delegierten weiter. Der Entwurf sieht vor, Kim Jong Un vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu stellen und ihn wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ anzuklagen.
Doch der Clou an der Sache war: Chinas Staatsmedien verbreiteten diese Nachricht im großen Umfang!
Xi Jinping geheimer Vater der Wiedervereinigung

Die Reaktion der chinesischen Staatsmedien wirft ein interessantes Licht auf die Rolle, die Chinas Staatschef Xi Jinping hier im Hintergrund spielt. Denn im Februar 2014 hatte die UN bereits einen 400-seitigen Bericht über Nordkoreas katastrophale Menschenrechtslage veröffentlicht und Kim Jong Un damit gedroht, ihn vor ein internationales Gericht zu stellen.
Damals wurde die Nachricht jedoch in Chinas Staatsmedien zensiert und mit keinem Sterbenswörtchen erwähnt.
Jiang Zemins Rolle in Nordkoreas Machtkampf
Xi Jinping liefert sich intern gerade einen erbitterten Machtkampf mit Chinas 88-jährigem Ex-Staatschef Jiang Zemin und dessen Netzwerk, das weite Teile des chinesischen Staatsapparates, der Wirtschaft, des Militärs und auch die Medien durchzieht.
Und ausgerechnet dieser Jiang Zemin war es auch, der rege Beziehungen zur nordkoreanischen Diktatoren-Familie pflegte und diese politisch stützte.
Indem Xi die Nachricht veröffentlichte, dass Kim Jong Un ein Prozess in Den Haag erwartet, demonstrierte er einerseits seine fortgeschrittene Macht – und zeigt andererseits auch Jiang Zemin, dass ihm möglicherweise Ähnliches blüht.
Jiang ist in China nicht nur der König der korrupten Funktionäre, sondern auch in gigantische Menschenrechtsverbrechen verstrickt. Bis heute dauert die Verfolgungskampagne gegen die spirituelle Bewegung Falun Gong an, die Jiang im Jahr 1999 startete. 100 Millionen unpolitische Chinesen wurden dadurch zu Staatsfeinden erklärt, Hunderttausende erlitten in Arbeitslagern Folter und Gehirnwäsche, mindestens 60.000 starben durch Organraub bei lebendigem Leib. Verständlich, dass Jiang und seine Getreuen alles unternehmen, um zu verhindern, dass dies publik wird.
Um Jiang weiter unter Druck zu setzen, ließ Xi in Chinas Suchmaschine Baidu in den vergangenen Tagen zensierte Suchbegriffe zum Thema Falun Gong freigeben. Zeitweise fand man dort nun Informationen zu den Verbrechen der „Jiang-Bande“, Verfolgung und Organraub.
So intim war die Verbindung von Jiang Zemin und Nordkorea
Die britische Sunday Times beleuchtete die Verbindung zwischen Jiang Zemin und Nordkoreas Diktatoren etwas näher und fand heraus: Zwischen Jiang und den Nordkoreanern vermittelte ausgerechnet Zhou Yongkang, der Mann, den Xi Jinping bereits erfolgreich ins Gefängnis brachte. (Chinas Ex-Stasichef und Öl-Paten erwartet ein Verfahren wegen milliardenschwerer Korruption – und auch im Organraub an Falun Gong spielte er eine Schlüsselrolle.)
Als im Jahr 2010 Kim Jong Un offiziell als Nachfolger seines Vaters Kim Jong Il nominiert und das Ganze mit einer Militärparade gefeiert wurde, war Zhou Yongkang der einzige Ausländer, der neben Kim Senior und Junior auf der Tribüne saß.
Aber auch Chinas Ex-Ministerpräsident Zeng Qinghong pflegte engen Kontakt zu Kim Jong Il. (Zengs Spitzname war „der Vollstrecker“, denn er war Jiang Zemins rechte Hand.) Im März 2001 reiste Zeng eigens nach Nordkorea, um dort einen Staatsbesuch Jiang Zemins vorzubereiten. Kim empfing Zeng nicht nur mit höchsten militärischen Ehren – er ließ sogar eine Briefmarke herausbringen, die ihn und Zeng zeigte.
Wie Xi Jinping Kim Jong Un abblitzen ließ
Nachdem Xi Ende 2012 sein Amt als chinesischer Staatschef angetreten hatte, bekundete Kim Jong Un mehrfach seine Absicht, Xi in Peking zu treffen, doch dieser ignorierte dies völlig. Nie kam es zu einem Treffen zwischen ihm und Nordkoreas Nachwuchs-Diktator. 
Stattdessen traf sich Xi fünf Mal mit Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye. 
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