Ex-US-Außenminister Kerry: „Wir haben den IS wachsen lassen – aber Russland wollte keine Daesh-Regierung in Syrien“

Der ehemalige Außenminister von Katar hat zugegeben, dass sein Land gemeinsam mit Saudi-Arabien die syrische Regierung stürzen wollte. Er sagt auch, dass Waffenlieferungen nach Syrien, von Saudi-Arabien, der Türkei, den USA und Katar koordiniert worden seien. Zuvor wurde ein Tonmitschnitt publik,in dem Ex-US-Außenminister John Kerry sagt: "Wir wussten, dass sie [der IS] wächst - wir sahen zu."
Der ehemalige Außenminister sowie Premierminister von Katar hat in einem Fernsehinterview Details zum Krieg in Syrien bekannt gegeben.
Hamad bin Jassim bin Jaber al-Thani sagte Anfang November, dass Saudi-Arabien und Katar gemeinsam beschlossen hätten, den syrischen Präsidenten Baschar al Assad zu stürzen. Er spricht über Waffenlieferungen nach Syrien, die von Saudi-Arabien, der Türkei, den USA und Katar koordiniert worden seien.

„[Jede Unterstützung vom Golf aus] ging in die Türkei und wurde dort mit den US-Streitkräften koordiniert. Die Verteilung der Militärgüter wurde von Saudi-Arabien, der Türkei, den USA und uns koordiniert“, so der Politiker.

„Vielleicht gab es eine Beziehung zur Al-Nusra-Front“

Diese Allianz habe „möglicherweise“ auch die islamistische Terrormiliz Al-Nusra-Front „zeitweise“ unterstützt. Er sei sich dessen aber nicht sicher, beteuert das Mitglied der katarischen Königsfamilie.

„Möglicherweise wurde ein Fehler gemacht, als für eine gewisse Zeit die Gruppierung der Al-Nusra-Front unterstützt wurde. Es gab aber keine Unterstützung für den IS. Uns so etwas vorzuwerfen, ist Übertreibung. Vielleicht gab es eine Beziehung zur Al-Nusra-Front. Ich schwöre, dass ich über dieses Thema nichts weiß. Ich sage nur, selbst wenn es eine Beziehung zur Al-Nusra-Front gab, hat man die Unterstützung eingestellt, als man uns sagte, dass sie inakzeptabel sei“, sagte er.

Nun habe Saudi-Arabien plötzlich seine Haltung zu Assad geändert, aber Katar nicht darüber informiert, fährt al-Thani fort. Das habe ihn verärgert.

„Der Schwerpunkt lag auf der ‚Befreiung‘ Syriens. Wir kämpften um das ‚Beutetier‘, währenddessen entkam es uns. Und jetzt bleibt Baschar al-Assad und man sagt uns, wir sollen ihn bleiben lassen. Wir haben kein Problem damit. Wir hegen keine Rachegefühle gegen Assad. Er war unser Freund. Aber Ihr [Saudi-Arabien] wart im selben ‚Schützengraben‘ mit uns. Und wenn Ihr jetzt sagt, wir haben unsere Meinung geändert, dann können wir sie auch ändern.“

Quelle: Waffen, Al Nusra & Saudis: Ex-Außenminister Katars plaudert über Syrien-Krieg aus dem Nähkästchen

John Kerry: „Wir haben den IS wachsen lassen“

Anfang des Jahres veröffentlichte die Enthüllungsplattform Wikileaks eine Tonaufnahme des ehemaligen US-Außenministers John Kerry. Darin bestätigt er, dass die USA nichts gegen das Wachsen der Terrormiliz Islamischer Staat im Mittleren Osten unternommen haben.

Mit Blick auf Syrien sagte John Kerry im September 2016:

Der Grund, warum Russland hereingekommen ist, ist, weil ISIL (Islamischer Staat, IS, Daesh) immer stärker wurde. Der Daesh drohte irgendwann damit, nach Damaskus vorzudringen, und deshalb kam Russland ins Spiel. Weil sie keine Daesh-Regierung wollten. Deshalb unterstützen sie Assad. Und wir wussten, dass sie [der IS] wächst – wir sahen zu. Wir sahen, dass der Daesh an Stärke zunahm, und dachten, Assad wäre bedroht. Wir dachten, dass wir es so schaffen könnten, mit Assad zu verhandeln. Aber anstatt zu verhandeln, hat er Putin dazu gebracht, ihn zu unterstützen.“

Kerry sagte auch:

„Russland wurde von der legitimen Regierung um Unterstützung gebeten. Aber wir wurden nicht um Unterstützung gebeten. Wir fliegen einfach in ihren Luftraum…”

Die syrische Regierung sei Ziel der Opposition, „die wir bewaffnen und trainieren“, so Kerry.

Dann fragte der damalige US-Außenminister eine weibliche Person im Raum: „Also Sie denken, die einzige Möglichkeit ist es Assad zu stürzen?” Die Person sagt: „Ja”. Kerry: „Und das ist die einzige Lösung?”. Person: „Ja”. Kerry: „Und wer soll das machen?” Person: „Vor drei Jahren hätte ich gesagt, Sie… aber heute weiß ich es nicht”.

In dem Leak sagte John Kerry auch, dass die US-Regierung mit ihrer Intervention in Syrien den Syrern eigentlich helfen wollte, sich von Assad zu „befreien”. Und dass sich die Situation mit dem Eingreifen Russlands komplett geändert habe.

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