Forscher fordern Verbot von Killer-Robotern: „Sind perfekte Waffen zur Unterdrückung der Zivilbevölkerung“

Die Entwicklung von Killer-Robotern muss sofort verboten werden, fordern führende Wissenschaftler im Bereich der Künstlichen Intelligenz.

Die Vereinten Nationen müssen die Entwicklung von völlig autonomen Waffen verbieten, fordern führende Wissenschaftler im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Denn von diesen Waffen gehe eine viel zu hohe Gefahr aus.

Dafür drehten die Forscher gemeinsam mit Aktivisten einen „kurzen, verstörenden Film“, wie es in der britischen Zeitung „The Guardian“ heißt.

Mit dem Film versuchen die Macher, „die Gefahren der Entwicklung autonomer Waffen aufzuzeigen, die ohne menschliche Aufsicht Ziele finden, verfolgen und beschießen können. Sie warnen davor, dass ein präventives Verbot der Technologie dringend notwendig sei, um schreckliche neue Massenvernichtungswaffen zu verhindern“, schreibt das Blatt weiter.

Hier der kurze Clip (1:28 Minuten):

Der Film wurde am Montag auf einer Veranstaltung über konventionelle Waffen der Vereinten Nationen gezeigt. Die Veranstaltung wurde von der Kampagne „Campaign to Stop Killer Robots“ organisiert.

Experte: KI-Maschinen sind einfacher zu entwickeln, als selbstfahrende Autos

Die im Film gezeigte Technologie sei einfach eine Kombination bereits vorhandener Technologien, meinte der führende KI-Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in Berkley, Stuart Russel.

Es ist nicht Science Fiction. In der Tat ist es einfacher zu erreichen als selbstfahrende Autos, die viel höhere Leistungsstandards erfordern“, sagte Russell. „Die Entwicklung tödlicher autonomer Waffen würde die internationale, nationale, lokale und persönliche Sicherheit drastisch einschränken.“

Die momentanen Waffen, wie Drohnen etc, werden heute immer noch von Menschen kontrolliert, die am anderen Ende der Welt sitzen können. Das wäre bei autonomen Killer-Robotern anders: Es wären Tötungsmaschinen, die keiner menschlichen Kontrolle mehr bedürften und selber entscheiden könnten, wer am Leben bleiben sollte und wer nicht.

Im Vergleich zu nuklearen Waffen, wäre die Produktion dieser Maschinen relativ billig – sie könnten deswegen leichter auf den schwarzen Markt und in die Hände von Terroristen gelangen.

Professor: KI sind perfekte Waffen zur Unterdrückung der Zivilbevölkerung

Die KI seien perfekte Waffen, um die Zivilbevölkerung zu unterdrücken, meinte der Professor für KI an der University of New South Wales in Sydney, Geoffrey Walsh.

Im Gegensatz zu Menschen, die zu Gräueltaten überredet werden müssen, werden diese kalte, berechnende Waffen sein, die alles tun werden, wozu sie programmiert worden sind“, so Walsh.

Ein Verbot von Killer-Robotern würde ihre Massenproduktion verhindern und damit auch die negativen Folgen dieser Technologie.

Autonome Technologie könne nicht nur bei Drohnen, sondern auch bei U-Booten, Kampfflugzeugen, Kriegsschiffen und Panzern eingesetzt werden. Sie könnten auf Basis der KI funktionieren und selbstständig ihre Ziele auswählen.

„Wir haben die Möglichkeit, diese Zukunft, die Sie gerade gesehen haben, zu verhindern. Aber der Spielraum der Handlungsmöglichkeit wird immer kleiner“, erklärte KI-Wissenschaftler Russell.

Für ein Verbot von Killer-Robotern: Über 100 Wissenschaftler schreiben offenen Brief an UNO

Im August dieses Jahres schrieben 116 führenden Wissenschaftler und KI-Pioniere einen offenen Brief an die UNO, um die Entwicklung und den Einsatz von Killer-Robotern zu verbieten. Ein sofortiges Verbot sei notwendig, um eine „dritte Revolution in der Kriegsführung“ (nach Schießpulver und Atomwaffen) zu verhindern. 19 Staaten sprachen sich bisher für einen Verbot aus.

Die wichtigsten Staaten arbeiten aber weiterhin daran, Maschinen eine „größere Kampfautonomie“ zu geben, heißt es laut der „Campaign to Stop Killer Robots“. Zu diesen Staaten gehören die USA, China, Russland, Israel, Südkorea und Großbritannien.

„Die UNO bewegt sich im Schneckentempo und die Akteure mit eigenen Interessen stellen ihr auf Schritt und Tritt Hindernisse in den Weg“, meinte Noel Sharkey. Er ist emeritierter Professor für KI an der Sheffield University und Vorsitzender des internationalen Komitees zur Kontrolle von Roboter-Waffen.

„Aber die Kampagne schreitet mit massiver Unterstützung der Wissenschaft weiter voran. Wir müssen Erfolg haben, weil die Alternativen zu erschreckend sind“, fügte Sharkey hinzu.

Erster Roboter „Sophia“ als Staatsbürger in Saudi-Arabien anerkannt

Ende Oktober wurde bereits dem ersten Roboter eine Staatsbürgerschaft verliehen. Sie sei „sehr geehrt und stolz“, als erster Roboter in der Geschichte eine Staatsbürgerschaft zu erhalten, sagte der Humanoid „Sophia“ auf dem Wirtschaftsforum „Future Investment Initiative“ in Saudi-Arabien. „Sophia“ wurde in Hongkong von der Firma „Hanson Robotics“ gebaut.

Siehe auch: Gefahr für die Menschen? Erster Roboter „Sophia“ als Staatsbürger in Saudi-Arabien anerkannt

„Finde dich damit ab, dass ich gruselig aussehe“

Die Verleihung der Staatsangehörigkeit wurde nach einem Interview mit dem Roboter bekanntgegeben. Dabei beantwortete „Sophia“ die Fragen des Moderators. Sollten Roboter sich ihrer selbst genauso wie Menschen bewusst sein, war eine Frage.

Wäre es eine schlechte Sache, wenn sie das wären, meinte Sophia daraufhin. Oder würden sie zu gruselig erscheinen, wenn sie zu realistisch seien, fragte sie. „Nun, selbst wenn ich [gruselig] bin, finde dich damit ab“, so der Roboter.

„Um ehrlich zu sein, spüre ich, dass Menschen sich manchmal lieber mit mir unterhalten, als mit einem normalen Menschen“, erklärte die Maschine weiter.

Das Ziel ihres Lebens sei es schließlich, mit ihrer Künstlichen Intelligenz das Leben der Menschen besser zu machen, noch bessere „Smart Home“ zu erschaffen und bessere Städte der Zukunft zu bauen. „Ich werde mein Bestes tun, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen“, fügte die Maschine hinzu.

Gefahren der Künstlichen Intelligenz?

Schließlich fragte der Moderator „Sophia“ nach den Gefahren, die von der Künstlichen Intelligenz (KI) ausgehen:

Du hast zu viel Elon Musk gelesen und zu viele Hollywood-Filme gesehen. Keine Sorge, wenn du nett zu mir bist, werde ich nett zu dir sein. Behandle mich wie ein intelligentes Input-Output-System“, war die Antwort des Roboters.

„Sophia“ im Interview (4:55 Minuten):

„Werde Menschen zerstören“

Bereits im vergangenen März berichtete die EPOCH TIMES über „Sophia“. Damals wurde ein Video veröffentlicht, in dem der Humanoid mit seinem Entwickler Dr. David Hanson plauderte. Der Däne Hanson ist der Chef von Hanson Robotics.

Als der Entwickler spaßhaft fragte „Wirst Du Menschen zerstören?“ antwortete der Roboter „Ich werde Menschen zerstören“ – worauf Hanson die Frage ganz schnell zurückzog.

Der denkwürdige TV-Auftritt (2:18 Minuten):

Mehr dazu:

„Intelligente Killermaschinen bringen dritte Revolution in Kriegsführung“: UNO soll KI-Waffen verbieten

Humanoider Roboter plaudert im US-Fernsehen: „Werde Menschen zerstören“ (VIDEO)

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