Freigekauft: Prominenter saudiarabischer Prinz Al-Waleed aus Haft entlassen

Epoch Times28. January 2018 Aktualisiert: 28. Januar 2018 16:12
Fast drei Monate nach der Festnahmewelle im Zusammenhang mit Korruptionsermittlungen in Saudi-Arabien ist der prominenteste Verdächtige wieder auf freiem Fuß. Prinz Al-Waleed sei wieder in Freiheit, sagte ein Geschäftspartner des Milliardärs.

Fast drei Monate nach der Festnahmewelle wegen Korruptionsverdachts in Saudi-Arabien ist der prominenteste Verdächtige wieder auf freiem Fuß. Prinz Al-Waleed bin Talal sei am Samstag entlassen worden, sagte ein Geschäftspartner des Milliardärs der Nachrichtenagentur AFP. Ein Regierungsvertreter sagte, die Staatsanwaltschaft habe einer finanziellen Vereinbarung mit dem Prinzen zugestimmt. Dieser stehe weiterhin an der Spitze seines Unternehmens Kingdom Holding.

Der 62-jährige Investor, der zu den reichsten Menschen der Welt gehört, war Anfang November auf Geheiß seines Cousins, Kronprinz Mohammed bin Salman, mit etwa 350 anderen Prinzen, Ministern und Geschäftsleuten festgenommen worden. Viele von ihnen wurden in das Fünf-Sterne-Hotel Ritz Carlton in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad gebracht.

Prinz Al-Waleed hält 95 Prozent der Anteile an der Kingdom Holding. Ihr gehören unter anderem die Hotels Savoy in London, Fairmont Plaza in New York und George V in Paris. Das Magazin „Forbes“ schätzt das Vermögen des Prinzen auf umgerechnet 15 Milliarden Euro.

Freiheit nur gegen finanziellen Vergleich

Ein Großteil der Verdächtigten ist inzwischen wieder in Freiheit, nachdem sie einem Vergleich zugestimmt hatten. Die Vereinbarungen könnten etwa hundert Milliarden Dollar in die saudiarabische Staatskasse spülen.

Der einflussreiche Prinz Miteb bin Abdullah, der vor seiner Festnahme als Chef der Nationalgarde entlassen worden war, kaufte sich kürzlich laut Medienberichten mit mehr als einer Milliarde Dollar frei. Am Freitag kam auch der Medienmogul Waleed al-Ibrahim auf freien Fuß. Ihm gehört unter anderem der einflussreiche Satellitensender MBC.

Den Verdächtigen wurde vorgeworfen, den ölreichen Wüstenstaat über Jahrzehnte hinweg um insgesamt hundert Milliarden Dollar erleichtert zu haben. Einige Beobachter sehen in dem Vorgehen einen Versuch des ehrgeizigen Kronprinzen, Rivalen auszuschalten. Der 32-jährige Sohn des Königs versucht demnach, die Macht in seinen Händen zu konzentrieren.

Das Ritz Carlton soll im kommenden Monat wieder für Hotelgäste öffnen. Auf der Internetseite des Hotels wurden die ersten freien Zimmer für den Valentinstag am 14. Februar angeboten. (afp)

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