Friedensnobelpreisträger warnt: Das Finanzsystems ist eine tickende „Zeitbombe“

Der Ökonom und Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus hat nach den Enthüllungen der "Paradise Papers" ein weltweites Umdenken gefordert. Das internationale Wirtschafts- und Finanzsystem gleiche einer "Zeitbombe", so Yunus.

Der Ökonom und Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus hat nach den Enthüllungen der „Paradise Papers“ ein weltweites Umdenken gefordert. Das internationale Wirtschafts- und Finanzsystem gleiche einer „Zeitbombe“, sagte Yunus der Nachrichtenagentur AFP in Paris. „Die Situation ist explosiv“, stellte er fest.

„Das kapitalistische System hat einen Hauptfehler: Die Konzentration des Reichtums“, sagte Yunus weiter. „Je mehr jemand besitzt, desto mehr verdient er damit. Das Spiel besteht darin, immer mehr Geld zu haben.“ Damit seien Strategien zur legalen Steuervermeidung, wie sie die „Paradise Papers“ zeigten, geradezu im System angelegt.

Yunus ruft dazu auf, das Wirtschaftssystem auf neuen Werten aufzubauen. „Der Mensch ist nicht nur egoistisch, er ist auch altruistisch“, betonte er. „Wir müssen Unternehmen schaffen, die auf die Probleme der Menschen reagieren und nicht nur Geld für sich selbst erwirtschaften.“

Aber auch jeder Einzelne sei gefragt, betonte der Ökonom: „Das kapitalistische System macht uns glauben, jeder müsse für jemand anderen arbeiten. Das ist falsch. Wenn wir selbst zum Unternehmer werden, können wir den Gewinn unter uns aufteilen.“

Yunus stammt aus Bangladesch und ist Gründer der Grammeen Bank, die Mikrokredite für Kleinunternehmer vergibt. Für diese Idee wurde er 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Seine Vorstellungen für eine Welt ohne Hunger und Armut liegen auch seinem neuen Buch „A world of three zeros“ (Eine Welt der drei Nullen) zugrunde. (afp)

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