Gefahr für die Menschen? Erster Roboter „Sophia“ als Staatsbürger in Saudi-Arabien anerkannt

Der erste humanoide Roboter der Welt hat nun eine Staatsbürgerschaft. Der Roboter "Sophia" wurde offiziell zu einem Bürger von Saudi-Arabien ernannt.

Ein Roboter mit Bürgerrechten – was nach einem Science Fiction-Streifen klingt, wurde Ende Oktober zur Realität: Dem Roboter „Sophia“ wurde die saudi-arabische Staatsangehörigkeit zuerkannt.

Sie sei „sehr geehrt und stolz“, als erster Roboter in der Geschichte eine Staatsbürgerschaft zu erhalten, sagte „Sophia“ auf dem Wirtschaftsforum „Future Investment Initiative“. „Sophia“ wurde in Hongkong von der Firma „Hanson Robotics“ gebaut.

„Finde dich damit ab, dass ich gruselig aussehe“

Die Verleihung der Staatsangehörigkeit wurde nach einem Interview mit dem Roboter bekanntgegeben. Dabei beantwortete „Sophia“ die Fragen des Moderators. Sollten Roboter sich ihrer selbst genauso wie Menschen bewusst sein, war eine Frage.

Wäre es eine schlechte Sache, wenn sie das wären, meinte Sophia daraufhin. Oder würden sie zu gruselig erscheinen, wenn sie zu realistisch seien, fragte sie. „Nun, selbst wenn ich [gruselig] bin, finde dich damit ab“, so der Roboter.

„Um ehrlich zu sein, spüre ich, dass Menschen sich manchmal lieber mit mir unterhalten, als mit einem normalen Menschen“, erklärte die Maschine weiter.

Das Ziel ihres Lebens sei es schließlich, mit ihrer Künstlichen Intelligenz das Leben der Menschen besser zu machen, noch bessere „Smart Home“ zu erschaffen und bessere Städte der Zukunft zu bauen. „Ich werde mein bestes tun, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen“, fügte die Maschine hinzu.

Gefahren der Künstlichen Intelligenz?

Schließlich fragte der Moderator „Sophia“ nach den Gefahren, die von der Künstlichen Intelligenz (KI) ausgehen:

„Du hast zu viel Elon Musk gelesen und zu viele Hollywood-Filme gesehen. Keine Sorge, wenn du nett zu mir bist, werde ich nett zu dir sein. Behandle mich wie ein intelligentes Input-Output-System“, war die Antwort des Roboters.

„Sophia“ im Interview (4:55 Minuten):

„Werde Menschen zerstören“

Bereits im vergangenen März berichtete die EPOCH TIMES über „Sophia“. Damals wurde ein Video veröffentlicht, in dem der Humanoid mit seinem Entwickler Dr. David Hanson plauderte. Der Däne Hanson ist der Chef von Hanson Robotics.

Als der Entwickler spaßhaft fragt „Wirst Du Menschen zerstören?“ antwortet der Roboter „Ich werde Menschen zerstören“ – worauf Hanson die Frage ganz schnell zurückzieht.

Der denkwürdige TV-Auftritt (2:18 Minuten):

Hanson: „Roboter werden unsere Freunde werden“

Wie der Roboter-Entwickler erklärte, ließ er sich von Audrey Hepburn und seiner Frau inspirieren, um das Aussehen von „Sophia“ zu gestalten. Die Maschine mit dem Silikon-Gesicht imitiert 62 menschliche Mimiken und hat Kameras in den Augen. Über diese nimmt sie ihr Gegenüber wahr, verrechnet die Informationen und kann somit Menschen wiedererkennen und mit der Zeit immer besser kennenlernen.

Eine Kombination aus Spracherkennungs-Software von Google und anderen Tools ermöglicht dem Computer, Sprache zu verarbeiten und sich zu unterhalten. Auch von IBM and Intel werden noch Technologien hinzukommen.

„Unser Ziel ist, dass sie so bewusst, kreativ und fähig wie ein Mensch wird“, sagte Hanson über „Sophia“ auf CNBC. „Wir entwerfen diese Roboter, damit sie im Bereich Krankenpflege, Therapie, Bildung und Kundenservice eingesetzt werden können.“

Nach Hansons Meinung werden eines Tages Roboter nicht mehr von Menschen unterscheidbar sein. Sie würden mit uns spielen, lernen, uns helfen und echte Beziehungen zu uns aufbauen, behauptet er.

„Die KI wird sich bis zu dem Punkt entwickeln, wo sie wirklich unsere Freunde werden“, so Hanson. Er befürchtet dabei keine Entmenschlichung des Menschen, sondern im Gegenteil werde die Welt menschenfreundlicher und die Distanzen zwischen Menschen und Menschen würde genau wie zwischen Robotern und Menschen abnehmen, so der Roboter-Entwickler.

Tesla-Chef: „In fünf, spätestens zehn Jahren haben wir ein Problem“

Die KI entwickelt sich sehr schnell. Vor dieser Entwicklung hatten 2015 mehrere Prominente gewarnt, darunter Bill Gates, Tesla-Chef Elon Musk und der Physiker Stephen Hawking, der befürchtet, dass eine sich verselbständigende KI das Ende der Menschheit bedeuten könnte.

Das Tempo der KI-Entwicklung sei unglaublich schnell, meinte der Tesla-Chef Elon Musk.

Sofern ihr nicht direkt mit Gruppen wie Deepmind zu tun habt, habt ihr keine Ahnung, wie schnell es ist – das Wachstum erfolgt in nahezu exponentiellen Schritten. Das Risiko, dass etwas ernsthaft Gefährliches passiert, liegt innerhalb eines Zeitrahmens von fünf Jahren. Zehn Jahren höchstenfalls. Ich schlage hier nicht Alarm bezüglich einer Sache, von der ich keine Ahnung habe.“

Auch die KI-Unternehmen wüssten von der Gefahr, „glauben aber, dass sie die digitalen Superintelligenzen formen und kontrollieren können und verhindern können, dass die schlechten ins Internet ausbüchsen. Das bleibt abzuwarten…“, so Musk.

Wissenschaftler fordern: „KI muss tun, was WIR wollen“

Dass Computer sich eines Tages komplett verselbstständigen könnten, ist auch die Hauptsorge des Future of Life Institutes, einer Forschervereinigung, die sich damit beschäftigt „existentielle Gefahren für die Menschheit zu verringern“. Sie veröffentlichte Anfang 2015 einen offenen Brief, der mittlerweile von vielen renommierten Leuten unterschrieben wurde, darunter Professoren des MIT und Harvard sowie Google-, IBM- und Microsoft-Forschern.

Es sei jetzt ein wichtiger und richtiger Zeitpunkt, um für die zukünftige Sicherheit und Nützlichkeit von AI zu forschen, hieß es im Brief: „Wir empfehlen erweiterte Forschungen, um sicherzustellen, dass immer fähigere AI-Systeme stabil und wohltätig sind: Unsere AI-Systeme müssen das tun, was wir wollen.“

(as)

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