Holpriger Auftakt zu Syrien-Gesprächen in Sotschi – Rebellen verweigern Teilnahme wegen Konferenzlogo

Die Syrien-Konferenz im russischen Sotschi hat einen turbulenten Anfang genommen: Die Beratungen begannen mit mehrstündiger Verspätung, weil Rebellenvertreter aus Verärgerung über das Konferenz-Logo die Teilnahme verweigerten.

Die Syrien-Konferenz im russischen Sotschi hat nach einem turbulenten Auftakt ihre Arbeit begonnen. Die Beratungen starteten am Dienstag mit mehrstündiger Verspätung, weil Rebellenvertreter aus Verärgerung über das Konferenz-Logo die Teilnahme verweigerten.

Das Logo des Kongresses des Nationalen Dialogs zeigt nur die offizielle syrische Flagge, nicht aber die von der Opposition verwendete Fahne. Die syrische Opposition ließ sich schließlich in der südrussischen Schwarzmeerstadt durch die türkische Delegation vertreten.

Mehrere Rebellengruppen hatten sich am Dienstag nach der Ankunft geweigert, den Flughafen von Sotschi zu verlassen, nachdem sie das offizielle Konferenzlogo gesehen hatten.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow telefonierte zwei Mal mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu, damit dieser die Rebellen umstimmt. Wie aus türkischen Kreisen verlautete, willigten diese letztlich aber nur ein, sich von der Türkei vertreten zu lassen.

Lawrows Eröffnungsrede wurde mehrfach von Zwischenrufen unterbrochen – sowohl von verärgerten Rufen syrischer Oppositioneller als auch von dem Slogan „Lang lebe Russland“.

Die Konferenz wird von Russland, der Türkei und dem Iran organisiert und sollte eigentlich dem Friedensprozess einen neuen Schub geben, der seit Jahren in der Sackgasse steckt. Schon im Vorfeld dämpften die Gastgeber aber die Erwartungen, da das wichtigste Bündnis der Opposition wegen der syrisch-russischen Offensive auf die Rebellenhochburg Idlib eine Teilnahme an dem Kongress in Sotschi abgelehnt hatte.

Auch die Behörden der kurdischen Autonomiegebiete in Nordsyrien erklärten ihre Boykott der Gespräche, um gegen die türkische Offensive in der kurdischen Region Afrin zu protestieren.

Von den mehr als 1600 Eingeladenen wurden am Ende nur noch einige hundert erwartet. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte daher, in Sotschi sei „ein unmittelbarer Durchbruch hinsichtlich einer politischen Lösung in Syrien wenig wahrscheinlich“. (afp)

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