Human Rights Watch: Türkische Grenzsoldaten schießen auf Flüchtlinge aus Syrien

Türkischen Grenzsoldaten wird vorgeworfen, auf Flüchtlinge aus Syrien zu schießen. Diese hatten versucht, vor den Kämpfen in Syrien zu fliehen, wurden jedoch beschossen, zurückgetrieben oder misshandelt worden.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat türkischen Grenzsoldaten vorgeworfen, auf Flüchtlinge aus Syrien zu schießen. Zahlreiche Zivilisten hätten versucht, vor den Kämpfen in Syrien zu fliegen, seien von den Grenzsoldaten aber mit Schüssen zurückgetrieben oder misshandelt worden, sagte die HRW-Vizedirektorin für den Mittleren Osten, Lama Fakih, am Samstag.

Die Nichtregierungsorganisation stützte sich auf Aussagen von 16 Syrern, die zwischen Mai und Dezember 2017 heimlich über die Grenze in die Türkei gelangten. 13 von ihnen gaben an, beschossen worden zu sein. Außerdem seien sie Zeugen des Todes von mindestens zehn Menschen geworden, darunter ein Kind. Einige erzählten, sie seien festgenommen und geschlagen worden. Medizinische Versorgung sei ihnen verweigert worden.

Human Rights Watch forderte die Türkei auf, alle Menschen aufzunehmen, die vor den Kämpfen in der syrischen Provinz Idlib und der türkischen Militäroffensive in der Region Afrin auf der Flucht seien. Nach ihren Angaben sind allein seit Dezember 272.000 Menschen vor der Offensive syrischer Regierungstruppen in der von Rebellen kontrollierten Provinz Idlib geflohen.

Der türkische Präsidentschaftssprecher Ibrahim Kalin sagte, sein Land verfolge gegenüber den Flüchtlingen eine Politik der „offenen Tür“. Möglicherweise beziehe sich Human Rights Watch auf Einzelfälle, diese werde die Türkei untersuchen. Die Türkei hat seit 2011 etwa 3,5 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufgenommen. Seit August 2015 versucht sie jedoch, Flüchtlinge zurückzuweisen, die über ihre Südgrenze ins Land kommen wollen. (afp)

 

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