Identitären-Schiff vor tunesischer Küste blockiert – Widerstand gegen illegale Migration wird massiv angefeindet

Die Identitäre-Bewegung versucht im Mittelmeer die illegale Migrantion zu stoppen und wird massiv angefeindet. "Lasst nicht das Rassismus-Schiff die tunesischen Häfen besudeln! Vertreibt sie, wie es eure Brüder in Zarzis und Sfax getan haben!," hieß es in einem Aufruf einer tunesischen Gewerkschaft.

In Tunesien hat sich eine mächtige Arbeiterorganisation an der Blockade eines Schiffs der Identitären aus Deutschland, Frankreich und Italien beteiligt.

Der mit dem Friedensnobelpreis 2015 ausgezeichnete Gewerkschaftsdachverband UGTT rief am Montag dazu auf, die Landung der von sogenannten Identitären gecharterten „C-Star“ abzuwehren. Zuvor hatten bereits tunesische Fischer in zwei Häfen verhindert, dass das Schiff dort anlegen konnte.

„Lasst nicht das Rassismus-Schiff die tunesischen Häfen besudeln!“

In dem Gewerkschaftsaufruf hieß es: „Lasst nicht das Rassismus-Schiff die tunesischen Häfen besudeln! Vertreibt sie, wie es eure Brüder in Zarzis und Sfax getan haben!“

Die „C-Star“ befand sich unterdessen nach Angaben von Tracking-Portalen zur Auswertung maritimer Daten südöstlich des Hafens Sfax am Rand der tunesischen Hoheitsgewässer und bewegte sich nicht.

Die Identitäre Bewegung will illegale Migranten mit dem Schiff „C-Star“ abfangen und in ihre Heimatländer zurückbringen. Am Wochenende verfolgten die Identitären vor der libyschen Küste das Schiff „Aquarius“ der beiden Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen. Die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) sammeln Tausende Migranten in den Küstengebieten ein und bringen sie nach Europa.

Über Funk forderten die Aktivisten die Besatzungen der „Aquarius“ und der „Golfo Azzuro“ der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms auf, das Gebiet im Mittelmeer zu verlassen.

„NGOs arbeiten mit Schleppern“

Die Identitären begründeten ihre Aktion damit, dass die NGOs Schleppern zuarbeiteten. Diese würden an den Migranten „Millionen“ verdienen. In einem Funkspruch hieß es: „Wir werden euch überwachen. Die Zeiten, als niemand sah, was ihr macht, sind vorbei“.

An den Flanken der „C-Star“ haben die Identitären zwei große Banner befestigt, auf denen es in englischer Sprache heißt: „Schluss mit dem Menschenhandel!“ und „Ihr werdet Europa nicht zu eurer Heimat machen“.

Das Schiff war vergangene Woche im zyprischen Hafen Famagusta festgesetzt worden. Später nahm es Kurs auf Nordafrika.

Hinter der Aktion „Defend Europe“ stehen deutsche, französische, italienische und schweizerische Mitglieder der Identitären Bewegung. In Deutschland werden die Identitären wegen ihrer „völkischen Ideologie“ vom Verfassungsschutz beobachtet . Die Aktivisten hatten ihre Kampagne Mitte Mai im Internet gestartet und seither bei Unterstützern rund 170.000 Euro eingesammelt. (afp/so)