Inmitten der Katalonienkrise begeht Spanien seinen Nationalfeiertag – Eurofighter abgestürzt, Pilot tot

Mit einer großen Militärparade in Madrid feierte Spanien am Donnerstag seinen Nationalfeiertag. Als Staatsoberhaupt nahm König Felipe VI. die Parade ab.

Überschattet von der Katalonienkrise haben in Spanien am Donnerstag die Feiern zum Nationalfeiertag stattgefunden. Im Zentrum von Madrid nahmen König Felipe VI. und Ministerpräsident Mariano Rajoy die traditionelle Militärparade ab.

Ein daran beteiligtes Kampfflugzeug stürzte später ab; der Pilot verunglückte tödlich. In der katalanischen Hauptstadt Barcelona gab es Demonstrationen gegen die Loslösung der Region von Spanien.

Mit der Militärparade in der spanischen Hauptstadt wird alljährlich der Ankunft von Christoph Kolumbus am 12. Oktober 1492 auf dem amerikanischen Kontinent gedacht. Tausende Soldaten und Armeefahrzeuge paradierten auf dem Madrider Paseo de la Castellana. Der Boulevard war gesäumt von Menschen, die rot-gelbe Nationalfahnen schwenkten und „Viva España!“ riefen.

Kampfjets und Hubschrauber der spanischen Luftwaffe überflogen den Boulevard. Ein Eurofighter stürzte später auf dem Rückflug zum Luftwaffenstützpunkt Los Llanos bei Albacete, 300 Kilometer südöstlich von Madrid, bei der Landung ab. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, war der Pilot tot. Der Eurofighter ist ein von Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien gemeinsam entwickeltes Kampfflugzeug.

In Barcelona gingen erneut Menschen für Spaniens Einheit auf die Straße. Auch einen Marsch von Rechtsextremisten gab es, an dem sich etwa 150 Demonstranten beteiligten. Sie schwenkten spanische Fahnen und solche mit Symbolen der Falange, der von José Antonio Primo de Rivera 1933 gegründeten Faschistenpartei. Eskortiert wurden die Marschierer von katalanischen Polizeikräften.

Kataloniens verstärkte Unabhängigkeitsbestrebungen haben Spanien in seine schwerste Krise seit Jahrzehnten gestürzt. Der katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont hatte am Dienstagabend eine Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet, diese dann aber umgehend für ausgesetzt erklärt, um nach eigenen Angaben einen „Dialog“ mit der Zentralregierung anzustoßen. Puigdemonts Sprecher erklärte die Unterzeichnung der Erklärung später zum „symbolischen Akt“.

Madrid will eine Abspaltung Kataloniens mit allen Mitteln verhindern und droht mit einem Entzug der katalanischen Autonomierechte. Rajoy setzte der Generalitat in Barcelona am Mittwoch eine Frist von fünf Tagen. Bis Montag soll sie klarstellen, ob sie die Unabhängigkeit der Region ausgerufen hat oder nicht. Damit setzte Rajoy das Verfahren zur Entmachtung der Regionalregierung und zum Entzug der Autonomierechte nach Verfassungsartikel 155 erstmals formell in Gang.

Sollte Puigdemont bis Montag um 10.00 Uhr bestätigen, dass die Unabhängigkeit ausgerufen wurde, soll er nochmals fünf Tage Zeit bis zum Donnerstag bekommen, um diesen Schritt rückgängig zu machen. Tut er das nicht, soll dann die katalanische Autonomie ausgesetzt werden. Spaniens Verfassung sieht die Abspaltung einer Region nicht vor. Eine Unabhängigkeitserklärung wäre daher nach Auffassung der Zentralregierung ein klarer Rechtsbruch. (afp)