Japan: 70-jährige „Schwarze Witwe“ wegen Ermordung von Liebhabern zum Tode verurteilt

Aus Habgier tötete sie ihre reichen Liebhaber - jetzt ist in Japan eine als "Schwarze Witwe" bekannt gewordene 70-Jährige zum Tode verurteilt worden. Ein Gericht in Kyoto sprach die einstige Millionärin schuldig, drei Männer vergiftet zu haben.

Aus Habgier tötete sie ihre reichen Liebhaber – jetzt ist in Japan eine als „Schwarze Witwe“ bekannt gewordene 70-Jährige zum Tode verurteilt worden. Ein Gericht in Kyoto sprach die einstige Millionärin Eine Menschenschlage vor dem Gericht in Japan, wo der „Schwarzen Witwe” Chisako Kakehi der Prozess gemacht wurde. Foto: STR/AFP/Getty Imagesam Dienstag schuldig, drei Männer, darunter ein Ehemann, vergiftet zu haben. Ihr wird zudem ein Mordversuch zur Last gelegt. Der Anklage zufolge tötete Kakehi ihre Opfer, um an deren Vermögen zu kommen.

„Die Angeklagte gab den Opfern eine Zyanid-Mischung zu trinken – mit einer mörderischen Absicht in allen vier Fällen“, sagte die Richterin Ayako Nakagawa laut einem Bericht des Rundfunksenders NHK. Die Richterin wies die Argumente der Verteidigung zurück, Kakehi sei wegen Demenz vermindert schuldfähig.

In Anlehnung an die Spinne, die nach der Paarung ihren männlichen Partner auffrisst, wird Kakehi in japanischen Medien als „Schwarze Witwe“ bezeichnet. Der Prozess gegen die alte Dame hatte in Japan großes Aufsehen erregt, und der düstere Kriminalfall könnte die Japaner noch weiter beschäftigen: Berichten zufolge wollen Kakehis Anwälte Berufung gegen das Urteil einlegen.

Kakehi hatte zahlreiche Beziehungen zu Männern, die meisten ihrer Partner waren schon älter oder krank. Einige ihrer Lebenspartner lernte sie über ein Datingportal kennen, bei dem sie gezielt nach wohlhabenden und kinderlosen Männern suchte. Bevor sie die Männer mit Zyanid tötete, ließ sie sich deren Lebensversicherungen überschreiben. Auf diese Weise soll sie über zehn Jahre umgerechnet 7,7 Millionen Euro kassiert haben.

Die Polizei fand Berichten zufolge im Müll in ihrer Wohnung Spuren von Zyanid. Außerdem besaß die Frau Utensilien für die Verabreichung von Medikamenten sowie medizinische Bücher. Das Zyanid wurde in den Körpern von mindestens zwei ihrer verstorbenen Lebenspartner nachgewiesen.

Nach ihrer Festnahme hatte die Witwe zunächst ihre Unschuld beteuert und gesagt, sie sei schlichtweg „vom Schicksal verfolgt“. Beim Prozessauftakt im Juni äußerte sie sich nicht. Später gestand sie dann überraschend, 2013 ihren vierten Ehemann getötet zu haben.

„Ich habe ihn getötet, weil er anderen Frauen dutzende Millionen Yen gegeben hat und mir gar nichts“, sagte sie laut der Nachrichtenagentur Jiji Press vor Gericht. Später sagte die Angeklagte, sie sei bereit, gehängt zu werden. „Selbst wenn ich morgen hingerichtet werde, würde ich lächelnd sterben“, sagte sie zu den Richtern.

Japan ist neben den USA das einzige große Industrieland, das noch die Todesstrafe vollstreckt. Trotz Protesten der EU-Staaten und von Menschenrechtsgruppen unterstützt die große Mehrheit der Bevölkerung die Todesstrafe. Gegner der Todesstrafe kritisieren, dass Todeskandidaten in Japan oft jahrelang in Einzelhaft auf ihre Hinrichtung warten, deren Zeitpunkt ihnen dann nur wenige Stunden vorher angekündigt wird. (afp)

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