Kennedy-Attentat: Weitere Geheimdokumente freigegeben – Jim Garrison sagte „Lee Harvey Oswald ist nicht der Täter“

Die US-Regierung hat weitere Dokumente zur Ermordung des früheren Präsidenten John F. Kennedy freigegeben. Von vielen wird die offizielle Version über das Attentat bezweifelt. Der berühmte Anwalt Jim Garrison schaffte es auch, diese zu widerlegen. Ein ehemaliger FBI-Agent bezeichnete die Warren-Kommission schlichtweg als: "Nichts anderes als eine Gruppe von Lügnern". 

Die US-Regierung hat weitere bislang unter Verschluss gehaltene Dokumente zur Ermordung des früheren Präsidenten John F. Kennedy freigegeben.

Insgesamt seien knapp 680 Dokumente veröffentlicht worden, teilte das US-Nationalarchiv am Freitag mit. Darunter seien 553 Unterlagen, deren Veröffentlichung der Auslandsgeheimdienst CIA bislang unter Verweis auf „Gefahren für die nationale Sicherheit“ abgelehnt hatte.

Die im Internet veröffentlichten Papiere rund um das Attentat auf Kennedy, enthalten unter anderem Aufzeichnungen der CIA, des Justiz- und des Verteidigungsministeriums sowie der sogenannten Warren-Kommission, die die Ermordung des charismatischen Präsidenten am 22. November 1963 in Dallas untersuchte. Sie kam zu dem Schluss, dass Kennedy von dem Einzeltäter Lee Harvey Oswald erschossen wurde, der wiederum zwei Tage später von dem Nachtclub-Besitzer Jack Ruby getötet wurde.

Diese Version wird jedoch seit Jahren von unabhängiger Seite stark angezweifelt. Es wurde bereits belegt, dass es unmöglich gewesen sein kann für einen einzigen Schützen das Attentat auszuüben.

Garrison: Lee Harvey Oswald war nicht der Täter

Jim Garrison –  von 1962 bis 1973 Bezirksstaatsanwalt von New Orleans – versuchte damals die genauen Umstände der Ermordung von John F. Kennedy aufzudecken. Er versuchte zu belegen, dass Oswald kein Einzeltäter – auch nicht der Täter – war, sondern nur das Rädchen einer weitverzweigten Verschwörung des tiefen Staats gegenüber dem Präsidenten. Seine Ermittlungen sind auch Thema und Inhalt des Spielfilms „JFK – Tatort Dallas“ von Oliver Stone.

Garrison bezweifelte die Täterschaft Lee Harvey Oswalds aufgrund einer fehlerhaften Beweisführung. Der angebliche Einzeltäter Oswald habe die Tat nie gestanden, argumentierte Garrison damals. Zudem sei Oswald zur Tatzeit auch nicht im sechsten Stock des Texas School Book Depository gewesen und seine Wange oder Hände hätten keine Schmauchspuren aufgewiesen. Es gab auch keine Fingerabdrücke von Oswald auf der angeblichen Tatwaffe.

Die Filmaufnahmen des Zeugen Abraham Zapruders hätten darauf hingewiesen, dass die Schüsse den Präsidenten von vorne getroffen hätten und nicht von hinten, so Garrison. Zudem hätten 51 Zeugen von Schüssen berichtet, die von der Grassy Noll am Rande der Dealey Plaza abgegeben worden seien, was aber bei der Untersuchung der Warren-Kommission unberücksichtigt blieb.

In den Untersuchungen wurde auch von der „Theorie der magischen Kugel“ gesprochen. Eine Kugel soll Kennedy und den Gouverneur von Texas, John Connally, der vor Kennedy im Auto saß, sieben Mal verwundet haben. Garrison sagte, das Projektil welches auf der Connally Trage gefunden wurde, könne unmöglich sieben Wunden verursacht haben. Auch das war für Garrison ein Beweis, dass mehrere Schützen beteiligt gewesen waren und schossen.

Hier Jim Garrison über das Kennedy-Attentat – Auf der Webseite „Schall und Rauch“ finden Sie die deutsche Übersetzung des Interviews. 

Warren-Kommission ist „nichts anderes als eine Gruppe von Lügnern“

Nicht nur Jim Garrison bezweifelte die offizielle Version des JFK-Attentates. Neben vielen anderen auch ein ehemaliger FBI-Agent. Die Warren-Kommission bezeichnete er in einem Interview als: „Nichts anderes als eine Gruppe von Lügnern“.

25-jährige Geheimhaltungsfrist der Kennedy-Akten ausgelaufen

Ein Gesetz aus dem Jahr 1992 hatte die Veröffentlichung von nahezu allen der rund fünf Millionen Dokumente zu Kennedys Tod verfügt. Nur ein Bruchteil fiel unter eine 25-jährige Geheimhaltungsfrist, die am Donnerstag vor einer Woche auslief. Noch am selben Tag veröffentlichte das Nationalarchiv 2891 Dokumente, weitere bleiben aber zunächst unter Verschluss.

Nach Ablauf einer sechsmonatigen Frist, am 26. April 2018, sollen alle Dokumente freigegeben werden, sofern die Geheimdienste einen weiteren Verschluss nicht begründen könnten, ordnete US-Präsident Donald Trump an.

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