Kindesmissbrauch durch Priester: Katholische Kirche zahlte Opfern bereits 3,4 Milliarden Euro Schweigegeld

Nicht nur in Hollywood wimmelt es von Pädophilen, auch in der katholischen Kirche. Seit Jahren sind die Auswüchse bekannt, dagegen unternommen wird nichts. Im Gegenteil: Die Kirche bezahlt den Opfern Milliarden Summen an Schweigegeld.

Pädophilie ist in Hollywood weit verbreitet. Das ist, durch die nicht enden wollende Flut an Missbrauchsvorwürfen – gegen hochrangige Persönlichkeiten und Schauspieler in der Branche – nicht mehr wegzudiskutieren.

Sex mit Kindern ist aber offenbar nicht nur in Hollywood gängige Praxis – wie der Film „An Open Secret“ auf erschütternde Weise dokumentiert – sondern innerhalb der Eliten weltweit. Auch in der katholischen Kirche.

Kindesmissbrauch in der Kirche – eine Epidemie

Und obwohl die Tatsache der Kindesmisshandlung durch die Kirche bestätig ist und viele Menschen darüber informiert sind, geschieht es dennoch weiter. Der Film „Spotlight“ zeigte das Ausmaß des Verbrechens – nur in den USA – auf erschütternde Weise.

Die römisch-katholische Kirche sah sich in den vergangenen Jahren mit einer Flut von Anschuldigungen des Kindesmissbrauchs konfrontiert. Dass Priester Kinder sexuell missbrauchen ist zu einer regelrechten Epidemie geworden. Die Schäden, die den Opfern zugefügt wurden – und werden – sind verheerend. Die Kirche sah sich zum Handeln gezwungen und bezahlte den Geschädigten Milliardensummen.

Kirchensteuer und andere finanzielle Zuwendungen für die katholische Kirche ermöglichen es, Pädophilie und sexuellen Kindesmissbrauch zu vertuschen – ja sogar zu fördern. Durch Steuererleichterungen wird die Kirche weltweit auch von Regierungen unterstützt.

Dass es innerhalb der römisch-katholischen Kirche einen groß angelegten Pädophilenring gibt, ist anzunehmen. Auch deshalb, weil die Kirche weder in den USA noch in Europa maßgebliche Schritte gegen Pädophilie in den eigenen Reihen unternimmt. Die zahlreichen Missbrauchsfälle werden vertuscht.

Vatikan bezahlt Missbrauchsopfern 3,4 Milliarden Euro

Jack und Diane Ruhl vom National Catholic Reporter haben sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Ihre Recherchen ergaben, dass der Vatikan seit 1950 fast 4 Milliarden Dollar (rund 3,4 Milliarden Euro) investiert hat, um das Thema Kindesmissbrauch durch die Kirche vor der Öffentlichkeit zu vertuschen. Dies ist aber nur die offiziell bekannte Summe.

Es gab – und gibt – zahlreiche Fälle von Kindesmissbrauch durch Priester, die nie angezeigt oder vor Gericht gebracht wurden, da die Kirche den Opfern eine „Entschädigung“ – beziehungsweise Schweigegeld – bezahlte.

Die Erkenntnisse der beiden Reporter basieren auf einer dreimonatigen Recherche in 2015. Dabei standen ihnen über 7.800 Artikel aus der LexisNexis Academic- und der NCR-Datenbanken sowie Informationen von BishopAccountability.org zur Verfügung. Die Journalisten hatten auch Zugang zu Berichten von der US-Konferenz katholischer Bischöfe.

In den frühen 1990er Jahren sagte ein Priester – der im Vatikan arbeitete – dem „New Yorker“:

Sie würden nicht glauben, wie viel Geld die Kirche ausgibt, um die priesterlichen Fälle des sexuellen Missbrauchs zu regeln.“

1992 gaben die katholischen Diözesen in den USA 400 Millionen Dollar aus, um Hunderte Belästigungsfälle durch Priester zu entschädigen. Das löste in Amerika eine Schockwelle aus. Spätestens damals wurde das Ausmaß des Problems ersichtlich. Doch die Spitzen des Vatikans haben nur wenig unternommen, um diese Verbrechen zu beenden. Tatsächlich sind viele der Täter immer noch im Amt.

Franziskus gegen öffentliche Untersuchung von Kindesmissbrauch in der Kirche

Als Papst Franziskus auf das Thema angesprochen wurde, sagte er: Die sexuellen Übergriffe auf Kinder seien „furchtbar, weil sie sehr tiefe Wunden hinterlassen.“

Eine Verfehlung der katholischen Kirche bei der Aufklärung des Missbrauchsskandals sieht er aber nicht. Im Gegenteil:

Die katholische Kirche ist vielleicht die einzige öffentliche Institution, die sich mit Transparenz und Verantwortung bewegt hat. Kein anderer hat mehr getan. Und doch ist die Kirche die einzige, die angegriffen wird“, so der Papst.

UN-Kinderrechtsexperten forderten den Vatikan auf, Fälle von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche öffentlich zu untersuchen. Die Täter müssten der Justiz übergeben werden. Außerdem verlangen die UN-Leute verbindliche Regeln im Kirchenrecht, die Kinder künftig besser vor Missbrauch in katholischen Institutionen schützen sollen.

Der Vatikan hatte dies umgehend zurückgewiesen und dem UN-Komitee in einer Stellungnahme einen „versuchten Eingriff in seine Lehre“ vorgeworfen.

Offenbar geht es dem Papst nur um das Ansehen der Kirche, nicht aber um Gerechtigkeit und Moral innerhalb der Institution.

Straftaten von Geistlichen verjähren

Terry McKiernan, Betreiber von BishopAccountability.org, sagte der Webseite „Collective-Evolution“: Franziskus übersehe die Tatsache, dass viele Diözesen in den USA die Namen der Täter bislang nicht veröffentlicht hätten.

Zudem würde sich die Kirche weiterhin gegen eine Gesetzesreform stemmen, die eine Strafverfolgung von Priestern auch noch mehrere Jahre nach der Tat ermöglichen würde. Aktuell verjähren Straftaten wie sexueller Missbrauch – wenn sie von Geistlichen begangen werden.

David Clohessy, Exekutivdirektor des „Survivors Network of those Abused by Priests“, war optimistisch, dass sich mit Papst Franziskus die Lage ändern würde. Mittlerweile hat er die Hoffnung verloren.

Franziskus könne nicht mehr einfach nur sagen „was hilfreich wäre“, so Clohessy. Denn das hätten schon so viele katholische Bischöfe vor ihm gemacht: „‚Es tut mir leid, wir wussten es nicht, wir werden es besser machen‘, sagten sie über Jahrzehnte“, beklagt Clohessy. Aber geändert habe sich nichts.

Und auch Franziskus „ist ein Papst, der sich geweigert hat, Schritte zu unternehmen, um die Verbrecher zu entlarven“, so Clohessy. „Er hat nicht einen von ihnen bestraft … Er könnte zumindest einmal einen Bischof aus dem Priesteramt entfernen, ihn zurücktreten lassen, disziplinieren oder sogar eindeutig denunzieren. Aber der Papst weigert sich, dass zu tun.“

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