Er herrscht "ein dritter Weltkrieg der anderen Art"

König Abdullah II: Daesh nutzt Flüchtlingsstrom als "Trojanisches Pferd"

Epoch Times, Donnerstag, 14. Januar 2016 14:39
Auch Jordanien fürchte, sich mit den täglich ankommenden Flüchtlingen IS-Kämpfer ins Land zu holen. Aber, so der König des Landes, man könne die 80 oder 90 Prozent der Flüchtlinge, die vor Krieg und Zerstörung fliehen, nicht einfach ihrem Schicksal überlassen.
Der jordanische König Abdullah II
Der jordanische König Abdullah II
Foto: KHALIL MAZRAAWI/ Getty Images

Der jordanische König Abdullah II zeigte sich bei einem Treffen mit US-Militärs im Pentagon erstaunlich optimistisch: Er sagte, dass man die Terrormiliz Islamischer Staat (IS, Daesh) recht schnell besiegen könne. Dies wäre auch dringend notwendig, da der Daseh den Flüchtlingsstrom als "als Trojanisches Pferd" verwenden würde, so der König. 

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Der Besuchs des Monarchen in den USA diente dazu, die militärische Strategie seines Landes im Kampf gegen den Daesh mit Washington abzusprechen, berichtet die österreichische Kronen-Zeitung.

Für die radikale Einstellung des Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, der keine syrischen Flüchtlinge in die USA lassen möchte, zeigte der König gewisses Verständnis. Auch Jordanien fürchte, sich mit den täglich ankommenden Flüchtlingen unzählige IS-Kämpfer ins Land zu holen. Allerdings könne man die 80 oder 90 Prozent der Flüchtlinge, die vor Krieg und Zerstörung fliehen, nicht einfach ihrem Schicksal überlassen.

Aktuell würden in Jordanien besonders schutzbedürftige Menschen, wie alte Leute und Frauen mit Kindern, bevorzugt. Es müssen Wege gefunden werden, die Einwanderer besser zu überprüfen, so Abdullah II. 

Er sehe aber nicht nur die Dschihadisten-Miliz als weltweite Bedrohung, sondern vielmehr einen globalen Krieg. Extremisten würden an vielen Plätzen weltweit Angst und Schrecken verbreiten. Dabei verwies er auf Boko Haram, die Al-Nusra-Front oder die Al-Shabaab-Miliz. "Ich würde es als dritten Weltkrieg der anderen Art bezeichnen", erklärte Abdullah, so die "Krone" weiter.

Nach Angaben der Vereinten Nationen habe Jordanien mit seinen 6,5-Millionen-Einwohnern knapp 650.000 Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Darüber hinaus hat das Land auch Zehntausende irakische Schutzsuchende und bis zu zwei Millionen Palästinenser beheimatet. (so)



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