Kreml droht nach „unbegründeten“ US-Sanktionen mit „Vergeltungsmaßnahmen“ – Russischer Botschafter nennt Obama „lahme Ente“

Die Sanktionen seien die "notwendige und angemessene Antwort" auf Russlands Versuche, "den Interessen der USA unter Verletzung etablierter internationaler Verhaltensregeln zu schaden", meint Barack Obama. Der russische Botschafter in London hingegen warf den USA Methoden aus der Zeit des Kalten Krieges vor und nannte Obama "lame duck" (lahme Ente).

Nach Verhängung harter Strafmaßnahmen gegen Russland wegen Hackerangriffen während des US-Präsidentschaftswahlkampfs hat der Kreml die Vorwürfe aus Washington zurückgewiesen.

Russland weise diese „unbegründeten Behauptungen und Vorwürfe kategorisch“ zurück, erklärte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Zugleich kündigte er „angemessene“ Vergeltungsmaßnahmen an und warf Washington vor, die Verbindungen zu Moskau „zerstören“ zu wollen.

Die russische Botschaft in London warf den USA Methoden aus der Zeit des Kalten Krieges vor. „Präsident Obama weist 35 (russische) Diplomaten aus in einem Kalten Krieg Déjà-vu“, erklärte sie im Kurzbotschaftendienst Twitter. Dazu veröffentlichte sie das Bild einer Ente mit der Aufschrift „lahm“ in Anspielung auf scheidende US-Regierungen, die als „lame duck“ (lahme Ente) bezeichnet werden.

Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama 35 russische Geheimagenten zu „unerwünschten Personen“ erklärt. Zudem würden zwei zu Geheimdienstzwecken genutzte russische Liegenschaften in New York und in Maryland geschlossen. Außerdem werde es Schritte gegen den russischen Inlandsgeheimdienst FSB und den Militärgeheimdienst GRU geben.

Die Sanktionen seien die „notwendige und angemessene Antwort“ auf Russlands Versuche, „den Interessen der USA unter Verletzung etablierter internationaler Verhaltensregeln zu schaden“, sagte Obama. Die Regierung in Moskau sei wiederholt „privat und öffentlich“ gewarnt worden.

US-Geheimdienste vermuten, dass russische Hacker mit Billigung des Kreml in den vergangenen Monaten in das Computersystem der Demokratischen Partei von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton eindrangen und interne E-Mails an die Öffentlichkeit brachten, die den Wahlkampf von Obamas Parteifreundin Clinton erheblich störten. Beweise gibt es dafür aber nicht. (afp/so)