Lawrow: Westen blockiert unabhängige Recherchen zu Giftgas-Vorfall – Vertuschung der Wahrheit für Regimewechsel

Russland beklagt, keine unabhängigen Untersuchungen zu dem Giftgas-Vorfall in Syrien durchführen zu können. Die OPCW hat ein entsprechendes Gesuch abgelehnt. Nach Angaben des russischen Außenministers Lawrow will der Westen den Regierungswechsel in Syrien vorantreiben und die Wahrheit vertuschen.

Russland will den angeblichen Giftgas-Angriff im syrischen Rebellengebiet Chan Scheichun genauer untersuchen lassen und forderte deshalb, ein unabhängiges internationales Expertenteam nach Idlib zu schicken.

Auch die syrische Regierung erklärte sich bereit, internationale Experten einen Militärstützpunkt nach Hinweisen auf Chemiewaffen untersuchen zu lassen. Dabei handelt es sich um die Luftwaffenbasis Al-Schairat, von dem aus die syrische Armee ihre Angriffe fliegt. Nach dem Giftgas-Vorfall wurde der Stützpunkt von den USA bombardiert.

Vertuschung der Wahrheit für Regimewechsel

Doch der Vorschlag Russlands wurde von der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) abgelehnt. „Ich glaube, es ist eine sehr ernste Situation. Ich denke, die OPCW steht kurz davor, diskreditiert zu werden“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow darauf hin.

Diese Blockade ziele darauf ab, den Regierungswechsel in Syrien voranzutreiben und die Wahrheit zu vertuschen.

Eine OPCW-Expertengruppe für Syrien untersucht den Vorfall zwar, aber Russland zweifelt die Objektivität der Untersuchungen an: „Ich möchte noch einmal daran erinnern, dass wir auf einen sehr eigenartigen Zufall hingewiesen haben: nämlich, dass beide Gruppen der Fact-Finding-Missionen (der OPCW) bezüglich der möglichen Verwendung chemischer Waffen in Syrien von Staatsangehörigen des Vereinigten Königreichs geleitet werden,“ sagte Lawrow am Freitag in Astana, berichtet RT.

Russische Beweise abgelehnt

Außerdem, so der russische Minister weiter, sei Russland durch den US-amerikanischen Vertreter daran gehindert worden, Beweise vorzulegen, die gegen einen Sarin-Angriff in Idlib sprechen würden. Russland wollte offenbar Bilder präsentieren, die Leichen des Vorfalls zeigten. Diese hätten Merkmale aufgewiesen, die gegen einen „Sarin-Tod“ sprechen würden.

Bei dem angeblichen Giftgasangriff am 4. April in Chan Scheichun waren nach Angaben von Anti-Regierungsquellen mehr als 80 Menschen getötet worden. Die USA und andere westliche Staaten werfen dem syrischen Militär den Einsatz von Giftgas vor.

Russland und die syrische Regierung begründen den Giftgas-Vorfall damit, dass ein konventioneller Luftangriff ein Chemiewaffenlager der Terroristen getroffen hatte. (so)

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