Mit Stöcken und Steinen: Erneuter Ansturm afrikanischer Migranten auf das spanische Ceuta

Am Montag ist es erneut rund 200 Migranten gelungen, den Grenzzaun zur spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta zu überwinden. Bewaffnet mit Stöcken und Steinen seien dabei über tausend Menschen auf die Grenzposten zugestürmt und hätten diese förmlich überrannt. Nur einem Teil von ihnen gelang der Grenzübertritt nach Spanien.

Am Montag ist es erneut rund 200 Migranten gelungen, den Grenzzaun zur spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta zu überwinden. Über tausend Menschen, bewaffnet mit Steinen und Stöcken, haben nach Angaben der italienischen Zeitung Corriere della Sera“ versucht, ins spanische Territorium vorzudringen. Insgesamt 187 Menschen sei dabei der Grenzübertritt nach Spanien gelungen. Bei den Ausschreitungen wurden sechs Grenzbeamte und mehrere Migranten verletzt.

Was mit den Migranten geschah, ist unklar: Laut den Aussagen iberischer Behörden im „Corriere“ sei eine Grosszahl der Migranten bereits festgenommen worden. Auf sie warte nun die Abschiebung nach Afrika. Die „Welt“ berichtet hingegen, dass die Migranten in ein Aufnahmezentrum weitergeleitet wurden, wo sie Asylanträge für Spanien stellen könnten.

Das spanische Ceuta auf dem afrikanischen Festland ist von einem acht Kilometer langen und sechs Meter hohen Grenzzaun umgeben, der oben zusätzlich mit Stacheldraht versehen ist. Anders als bisher, hätten die Migranten diesmal alle Sicherheitsvorkehrungen ignoriert und seien auf die bemannten Grenzposten zugestürmt. Dabei hätten sie diese förmlich überrannt, so der „Corriere“.

Das spanische Fernsehen zeigte die Bilder jubelnder junger Männer, die vor allem aus dem Afrika südlich der Sahara stammen. Feierlich niederkniend küssten sie die Erde.

Laut „Corriere“ hätten andere Gruppen indes versucht, die Polizeikontrollen durch eine Fahrt über das Mittelmeer zu umgehen. Die spanische Polizei teilte mit, dass sich die Preise der Schleuser innerhalb weniger Wochen verdoppelt hätten.

Nur drei NGO’s haben den Verhaltenskodex des italienischen Innenministeriums unterschrieben, darunter „Moas“, „Save the children“ und „Proactiva Open Arms“. Letztere wird laut Angaben der italienischen Zeitung die Menschen im Mittelmeer in italienische Häfen bringen.

Immer wieder versuchen Flüchtlinge über die beiden spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika EU-Boden zu erreichen. Erst vor einer Woche gelang 73 Migranten der Grenzübertritt nach Spanien. Immer wieder werden dabei Polizisten und Migranten verletzt. Die Behörden berichten, dass die Männer dabei meist gut organisiert und gewaltbereit vorgehen.

Tag und Nacht überwachen 60 Polizeibeamte mit 48 High-Tech-Kameras den Grenzzaun. Diese zeichnen alle verdächtigen Bilder auf, die an die Beamten auf Streife weitergeleitet werden. Seit Anfang des Jahres gab es 3000 Versuche, die Grenze zu überwinden. Mehr als drei Viertel konnten verhindert werden. Da die illegalen Migranten inzwischen versuchen, in großen Gruppen die Grenze zu stürmen, wird es für die Beamten zunehmend schwerer, diese abzuwehren.

Die beiden Exklaven Ceuta und Melilla haben die einzigen EU-Außengrenzen auf dem afrikanischen Kontinent. Wie afp berichtete, gelang es im Februar in wenigen Tagen rund 850 Migranten, die Grenzzäune zu überwinden, im Mai waren es an einem Tag etwa 300 Migranten. Im März kündigte die Regierung in Madrid an, sie wolle die Aufnahmekapazität für Flüchtlinge in Ceuta und Melilla von 4500 auf 8500 Plätze erhöhen.

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