Organraub in China: „Blutige Ernte“ auch in Buchform

Kanadische Menschenrechtsanwälte wollen neues Buch noch vor Weihnachten herausgeben

Der Untersuchungsbericht zum Organraub an Falun Gong Praktizierenden in China mit dem Titel „Blutige Ernte“ soll noch dieses Jahr erweitert als Buch herauskommen. Dies verlautete einer der Verfasser des Untersuchungsberichtes, David Kilgour, bei einem Besuch am Donnerstag, den 5. Juli, in Wien. Inwiefern darin neue Beweise zum Organraub in China aufgezeigt werden, wollte er jedoch nicht sagen.

Er habe jetzt schon soviel neue Information zu diesem Thema gesammelt und mit so vielen Personen gesprochen, dass die Herausgabe eines Buches der logische Schluss sei, sagte David Kilgour bei einem Zwischenstopp in Wien. Der ehemalige kanadische Staatssekretär für Asien und den Pazifikraum ist Weltreisender in Sachen Menschenrechte. Er und der Mitherausgeber des Berichtes über Organraub, der kanadische Menschenrechtsanwalt David Matas, befänden sich schon jetzt in Gesprächen mit Verlegern. Kilgour will am Freitag nach Rumänien weiterreisen, um dort Vorträge zum Organraub in China zu halten.
Herauskommen solle das Buch „schon bald“, so Kilgour. Der Zweck der Veröffentlichung läge darin, das chinesische Regime dazu zu bringen, die „schreckliche Praktik“ der unfreiwilligen Organentnahme zu beenden. Der beste Zeitpunkt für die Herausgabe seien die olympischen Spiele. Das Skript selbst sei Ende nächsten Monats fertig, doch dann würden noch weitere Zwischenschritte kommen, bis das Buch schließlich in der Vorweihnachtszeit beworben werden könne. Er, Kilgour, strebe an, das Buch Falun Gong zu widmen, doch das müsse er zuvor noch mit David Matas klären.
Für den Einfluss, den der Bericht auf die westliche Gesellschaft hat, gibt Kilgour zwei Beispiele: Israel habe Patienten zu Organtransplantationen nach China geschickt, wobei der Steuerzahler für Transport und Organ bezahlt habe, da die Krankenkasse für die Behandlung aufgekommen sei. „Nachdem der Bericht herausgekommen ist, haben sie damit aufgehört“ sagt Kilgour. Israel würde künftig nicht mehr dafür zahlen, dass ein Bürger in China ein Organ transplantiert bekomme.
Als zweites Beispiel führt der vielgereiste Menschenrechtsanwalt die Anzahl der Australier an, die wegen einer Organtransplantation nach China reisten. „Das ist regelrecht zusammengebrochen, nachdem unser Bericht herausgekommen ist“. Die Medien in Australien seien bei der Verbreitung des Berichtes „sehr hilfreich“ gewesen. Den Australiern sei plötzlich bewußt geworden, dass es nicht mehr nur um die Organe von zum Tode verurteilten Kriminellen ginge, die ohnehin hingerichtet würden.
Am 31. Januar dieses Jahres hatten David Kilgour und David Matas den Untersuchungsbericht „Blutige Ernte – revidierter und erweiterter Bericht über die Anschuldigungen des Organraubs an Falun Gong – Praktizierenden in China“ herausgegeben. In dem Bericht kommen die Menschenrechtsanwälte zu dem Schluß, dass innerhalb von sechs Jahren rund 41.000 Personen wegen ihrer Organe ermordet wurden. Zu der ungeklärten Herkunft der Organe sagte David Kilgour in seinem Untersuchungsbericht: „Die Anschuldigung des Organraubes an Falun Gong-Praktizierenden liefert uns eine Antwort.“ Falun Gong ist eine Meditationsart, die von der Kommunistischen Partei China aus Furcht vor Machtverlust seit 1999 in China verfolgt wird.
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