RESSOURCE – Rückkehr zur Quelle

Die Etymosophie-Kolumne von Roland R. Ropers erscheint wöchentlich exklusiv in der EPOCH TIMES Deutschland.
Von 2. April 2012

Wir leben in einer von Ressourcen abhängigen Welt und beziehen dies stets auf Energievorkommen, Geldmittel etc.

Das französische Wort la source (engl.: source) bedeutet Quelle und kommt von dem lateinischen Verb surgere = aufsteigen, entstehen. Eine Quelle (althochdeutsch: quella = Ursprung) ist ein kontinuierlich aus der Erde hervorsprudelnder Wasserstrom. Quellwasser kommt von innen, Regenwasser von oben. Quellwasser ist grundsätzlich rein, Regenwasser bei der heutigen Umweltverschmutzung kaum noch. Der Ort der größten Reinheit ist der tiefste Innenraum.

Tief zu graben, um auf den Grund zu kommen, erfordert in der Regel harte Arbeit. Wer gräbt, beseitigt Geröllschichten, bis er zur Urquelle vorgedrungen ist. Ressource ist die Rückkehr zur Quelle, zum Ursprung. Unser Lebensborn, unser Springbrunnen bewegt sich immer von innen nach außen, aber nicht umgekehrt.

Immer wieder unterliegen wir der Täuschung, dass die Lösungen von außen kommen müssen. Dann beginnt der Tanz der Phänomene, der Erscheinungen, die sich bis hin zu Phantomen entwickeln können.

Aber die Täuschungen sind sehr oft auch sprachbedingt. Falsche Assoziationen lösen verwirrende Gefühle aus.

„Ich versuchte GOTT zu finden am Kreuz der Christen, aber er war nicht dort. Ich ging zu den Tempeln der Hindus und zu den alten Pagoden, aber ich konnte nirgendwo eine Spur von ihm finden. Ich suchte in den Bergen und Tälern, aber weder in der Höhe noch in der Tiefe sah ich mich imstande ihn zu finden. Ich ging zur Kaaba in Mekka, aber dort war er auch nicht. Ich befragte die Gelehrten und Philosophen, aber er war jenseits ihres Verstehens. Ich prüfte mein Herz und dort verweilte er, als ich ihn sah. Er ist nirgends sonst zu finden.“ (der persische Mystiker Dschalal ad-Din Muhammad Rumi, 1207 – 1273)

Alles spricht heute von Transzendenz. Die lateinischen Worte transcedere (hinüberschreiten) und transire (hinübergehen) bilden die etymologische Grundlage. Fragt man den Gymnasiallehrer für die deutsche Sprache nach der Bedeutung eines transitiven Verbums, so bekommt man sein unreflektiertes Studiumswissen zur Antwort: alle transitiven Verben haben stets ein Akkusativobjekt. Wen will das zum Übergang (transitivus) bereite Verb überhaupt anklagen (accusare)? Irrationale Linguistik – Sprache ohne Rückkehr zum Herzen, ohne Rekordanz.



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion