Sarajevo: Staatsanwaltschaft klagt 25 Bosnier wegen Kriegsverbrechen an

Serbische Opferorganisationen werfen der bosnischen Justiz immer wieder vor, die Verbrechen gegen Serben im Bosnien-Krieg (1992-1995) nicht ausreichend zu verfolgen.

Wegen Kriegsverbrechen gegen serbische Zivilisten und Gefangene hat die Staatsanwaltschaft in Sarajevo 25 ehemalige bosnische Polizei- und Militärangehörige angeklagt. Elf ehemalige Mitglieder der bosnischen Armee werden beschuldigt, an einem Angriff auf das serbische Dorf Cemerno nördlich von Sarajevo mit 30 Toten beteiligt gewesen zu sein, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Weitere 14 frühere Polizisten und Soldaten sollen Kriegsverbrechen an dutzenden Zivilisten in der südlichen Region Konjic verübt haben.

Neben Mord wird den Beschuldigten nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter anderem auch Folter vorgeworfen. Unter den Festgenommenen ist auch der Militär-Attaché der bosnischen Botschaft in den Niederlanden.

Serbische Opferorganisationen werfen der bosnischen Justiz immer wieder vor, die Verbrechen gegen Serben im Bosnien-Krieg (1992-1995) nicht ausreichend zu verfolgen. Sie zeigten sich entsetzt, als im Oktober der ehemalige Kommandeur bosnisch-muslimischer Truppen, Naser Oric, freigesprochen wurde. In dem Konflikt wurden etwa 100.000 Menschen getötet. (afp)