Strafantrag gegen New York-Attentäter: Islamist fühlt sich „gut“ angesichts der Tat – Trump fordert Todesstrafe

Kaum 24 Stunden nach der Attacke von New York ziehen die US-Behörden die Schlinge zu. Sayfullo S. könnte bei einer Verurteilung die Todesstrafe drohen. Doch das letzte Wort, ob S. nicht doch vor ein Militärtribunal gehört, scheint in Washington noch nicht gesprochen.

Der New Yorker Fahrzeugattentäter hat seine Tat gestanden und sich als überzeugter Gefolgsmann der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu erkennen gegeben.

In seinen ersten Vernehmungen im Krankenhaus habe der verletzte Sayfullo Saipov keine Reue gezeigt, teilten Ermittler am Mittwoch in New York mit. Vielmehr habe er gefordert, die Flagge der IS-Miliz in seinem Krankenhauszimmer aufhängen zu dürfen. Die Staatsanwaltschaft stellte Strafantrag gegen ihn.

Bundesanwalt Joon Kim beschuldigte den 29-jährigen Sayfullo Saipov am Mittwoch formell der Unterstützung einer ausländischen Terrororganisation. Zudem wirft die Staatsanwaltschaft ihm den gefährlichen Missbrauch von Fahrzeugen vor. Die formelle Beschuldigung eines Verdächtigen ist in den USA die Vorstufe einer Anklage. Bei einer Verurteilung droht Saipov die Todesstrafe. Er wurde in einem Rollstuhl ins Gericht in Manhattan gebracht.

Trump fordert Todesstrafe

US-Präsident Donald Trump sprach sich im Kurzmitteilungsdienst Twitter für die Todesstrafe für den Attentäter aus. „NYC Terrorist war gut gelaunt, als er forderte, die ISIS-Flagge in seinem Krankenhauszimmer aufzuhängen“, schrieb Trump. In Großbuchstaben fügte er hinzu: Er „sollte die Todesstrafe bekommen“.

In den Vernehmungen äußerte sich Saipov den Ermittlern zufolge freimütig über seine Tat. „Er hat gesagt, dass er sich gut fühlt angesichts seiner Tat“, hieß es in der Erklärung der Ermittler. Er habe sich dabei von der IS-Miliz inspirieren lassen und vor etwa einem Jahr mit der Anschlagsplanung begonnen. Auf Saipovs Mobiltelefon seien dutzende IS-Propaganda-Videos gefunden worden.

Saipov habe für den Anschlag gezielt den Halloween-Tag ausgewählt, „weil er davon ausging, dass dann mehr Zivilisten auf der Straße sind“, hieß es in der Erklärung weiter. Anfangs habe er sich auch überlegt, die Flagge des IS außen an den Kleintransporter anzubringen, mit dem er dann acht Menschen tötete. „Er hat sich dann aber dagegen entschieden, weil er keine Aufmerksamkeit erregen wollte“, erklärten die Ermittler.

Mann aus Usbekistan hielt sich genau an IS-Instruktionen

Bei der Ausführung der Tat habe sich Saipov „fast bis aufs I-Tüpfelchen genau“ an Instruktionen gehalten, die der IS in sozialen Medien veröffentlicht hatte, sagte Polizeisprecher John Miller. Die Tat habe er mehrere Wochen vorbereitet. Vor dem Anschlag hatte Saipov weitgehend unauffällig gelebt, weder die Bundespolizei FBI noch die New Yorker Polizei hätten je gegen ihn ermittelt, sagte Miller.

Die US-Bundespolizei FBI meldete einen weiteren Fahndungserfolg: Sie spürte nach eigenen Angaben vom Mittwoch einen Mann aus Usbekistan auf, von dem sie sich Informationen über das Fahrzeugattentat erhofft. Der Mann sei weniger als eine Stunde nach dem öffentlichen Fahndungsaufruf gefunden worden, teilte das FBI in New York mit. Weitere Angaben wollte es nicht machen.

Der Angriff erinnerte an ebenfalls mit Fahrzeugen verübte und offensichtlich islamistisch motivierte Anschläge in Barcelona, London, Berlin und Nizza. Der Attentäter war im Südteil von Manhattan nur wenige Häuserblocks vom Denkmal für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 streckenweise auf einem Radweg gefahren. Er rammte mehrere Radfahrer und Fußgänger und kollidierte zuletzt mit einem Schulbus. Daraufhin verließ er seinen Truck, wobei er ein Paintball- und ein Luftgewehr in den Händen hatte. Ein Polizist schoss dem Fahrer in den Bauch. Er wurde im Krankenhaus operiert.

Bei fünf der Toten handelt es sich nach US-Angaben um Argentinier, zwei der Opfer kamen aus den USA und eines aus Belgien. Mindestens elf Menschen wurden verletzt; unter ihnen eine Deutsche.

Trump stellte politische Konsequenzen in Aussicht. Er kündigte an, dass er das Lotterieverfahren zur Vergabe von Green Cards – also dauerhaften Aufenthaltsgenehmigungen – beenden wolle. Nach eigenen Angaben ordnete er auch verschärfte Sicherheitsüberprüfungen an. (afp)

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