Tradition der „Familienfotos“ bei EU-Gipfeln abgeschafft

Um den Zeitplan von EU-Gipfeln zu straffen wurden die "Familienfotos" der 28 Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten abgeschafft. Jeder Zusammenhang mit dem Brexit oder mit den aktuellen Schwierigkeiten mit der Regierung in Warschau wurde verneint.

Nun ist sie abgeschafft, die Tradition der „Familienfotos“ bei EU-Gipfeln. Die am Donnerstag und Freitag in Brüssel abgehaltenen Beratungen, bei denen das Gezerre mit der polnischen und der britischen Regierung im Vordergrund standen, wurden gänzlich ohne ein „Familienfoto“ der 28 Staats- und Regierungschefs über die Bühne gebracht.

Der soeben wiedergewählte EU-Ratspräsident Donald Tusk machte sich nach Insider-Angaben dafür stark, unter anderem durch den Verzicht auf das „Familienfoto“ den Zeitplan solcher EU-Gipfel zu straffen.

Von den Organisatoren der EU-Gipfel wurde die Parole ausgegeben, das „Familienfoto“ falle dem übergreifenden Interesse zum Opfer, das Image der europäischen Institutionen zu „modernisieren“. Es müssten bessere Bilder gefunden werden als aufgereihte Politiker-Persönlichkeiten, erläuterte ein EU-Diplomat.

Die „Familienfotos“ hätten bisweilen „viel Zeit“ verschlungen, hieß es. In Zukunft sollten die Fotografen mehr Möglichkeiten erhalten, die Staats- und Regierungschefs bei ihren Gesprächen im großen Saal des Europäischen Rats zu beobachten.

Jeder Zusammenhang mit dem geplanten Ausscheiden Großbritanniens aus der EU oder etwa mit den aktuellen Schwierigkeiten mit der Regierung in Warschau wurde von den Insidern verneint.

Fans von derartigen Familienfotos bleibt einstweilen der Gipfel des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (Apec), bei dem die Staatenlenker sich in traditioneller Landestracht präsentieren. (afp)

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