Trump aktuell zu Nordkorea: „Würde lieber nicht militärischen Weg gehen“ – Aber „lege meine Strategie nicht auf den Tisch“

"Wir haben seit 25 Jahren Präsidenten, die reden, reden, reden – und am Tag nach Abschluss einer Übereinkunft geht Nordkorea wieder an die Arbeit, und setzt die Atomkraft fort." Die Trump-Regierung bereitet mögliche militärische Maßnahmen gegen Nordkorea vor, berichtet NBC News. Gleichzeitig meinte US-Präsident Trump einmal mehr, dass er andere Wege bevorzuge.

Die Sanktionspläne der USA bezüglich Nordkorea liegen vor – und schon jetzt kündigten Russland und China ihre Ablehnung an. NBC News berichtete über weitere geplante Maßnahmen der USA: Cyberattacken, erhöhte Überwachung und Geheimdienst-Operationen.

Kommen heikle Sanktionen gegen chinesische Banken?

Präsident Trump ziehe außerdem ernsthaft in Erwägung, diplomatisch riskante Sanktionen gegen chinesischen Banken zu verhängen, die Geschäfte mit Nordkorea machen, so ein Regierungsbeamter laut dem Sender.

Außerdem soll die Raketenabwehr der US-Verbündeten in der Region verbessert werden.

Atomwaffen für Südkorea nicht ausgeschlossen

Die Trump-Regierung schließe nicht aus, taktische Atomwaffen an Südkorea zu liefern, sollte Seoul sie anfordern, so ein Beamter des Weißen Hauses. Eine solche Entscheidung würde jedoch fast drei Jahrzehnte einer Denuklearisierung-Politik der USA auf der koreanischen Halbinsel beenden.

Die Vorschläge sind Teil eines aggressiveren Herangehens an Nordkorea, das schon am vergangenen Sonntag (wenige Stunden nach dem neuestem Atomtest) mit Trump besprochen wurde, so die Beamten.

In dem Gespräch ging es einerseits um Details zu militärischen Fähigkeiten der USA, im Kern jedoch um eine diplomatische Strategie, die China und US-Verbündete miteinbezieht. Militärische Schläge gegen Nordkorea könnten ernsthafte Rückwirkungen haben, betonten demnach Berater des US-Präsidenten.

Trumps aktuelles Nordkorea-Statement

Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag im Weißen Haus sagte Trump:

„Militärische Aktion wäre sicherlich eine Option“, sagte Trump über Nordkorea. „Ist sie unvermeidlich? Nichts ist unvermeidlich. Es wäre toll, wenn etwas anderes ausgearbeitet werden könnte.“

Im Fall einer militärischen Intervention müsste man alle Details und Fakten berücksichtigen.

Aber wir haben seit 25 Jahren Präsidenten, die reden, reden, reden – und am Tag nach Abschluss einer Übereinkunft geht Nordkorea wieder an die Arbeit, und setzt die Atomkraft fort. Also ich würde lieber nicht den militärischen Weg gehen, aber das ist etwas, das sicherlich passieren könnte.“ – US-Präsident Trump

„Unser Militär war niemals stärker“, betonte Trump und verwies auf die von ihm genehmigten Milliardeninvestitionen in die Rüstung. Hoffentlich werde man amerikanische Waffen nicht gegen Nordkorea verwenden müssen, sagte der US-Präsident weiter. „Falls wir sie gegen Nordkorea verwenden, würde es ein sehr trauriger Tag für Nordkorea sein.“

Außerdem sagte Trump in der Pressekonferenz: „Ich lege meine Verhandlungen nicht auf den Tisch.“ Im Gegensatz zu früheren US-Regierungen werde er nicht über seine Strategie sprechen.

Aber ich kann Ihnen sagen, dass sich Nordkorea schlecht benimmt, und das muss aufhören.“ – US-Präsident Trump

Kein Raketentest am Jahrestag

Während Nordkorea entgegen Erwartungen den gestrigen Jahrestag seiner Regime-Gründung nicht für militärische Tests verwendete, rechnen US-Beamte in den kommenden Tagen mit einem weiteren Test einer Interkontinental-Rakete.

Die USA wollen im UN-Sicherheitsrat eine Resolution vorschlagen, wonach Schiffen, aus und nach Nordkorea durchsucht werden können, die Raketen-Teile und Technologien aus Nordkorea exportieren oder Materialien nach Nordkorea bringen, so ein hoher Regierungsbeamter zu NBC News.

Siehe auch:

Nordkoreas Atomwaffen: Wie China, Russland und USA die schnelle Lösung verhindern

Merkel und Xi für verschärfte Sanktionen gegen Nordkorea

Nordkorea feiert Staatsgründung mit Aufrufen zur weiteren atomaren Bewaffnung