Türkei stellt Haftbefehl gegen Eigentümer und drei Mitarbeiter der Oppositionszeitung „Sözcü“ aus

Die türkische Justiz geht seit der Verhängung des Ausnahmezustands nach dem Putschversuch verschärft gegen kritische Medien vor.

Die türkische Justiz hat Haftbefehle gegen den Eigentümer und drei Mitarbeiter der Oppositionszeitung „Sözcü“ ausgestellt.

Wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag berichtete, werden dem Eigentümer Burak Akbay, dem Onlinechef Mediha Olgun und zwei anderen Mitarbeitern Verbindungen zur Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen vorgeworfen. Diese wird für den gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli verantwortlich gemacht.

Der Slogan der äußerst säkularen, regierungskritischen Zeitung ist „Wenn Sözcü schweigt, wird die Türkei schweigen“. Laut CNN Türk waren die beiden anderen per Haftbefehl gesuchten Mitarbeiter der Korrespondent Gökmen Ulu und der Finanzchef Yonca Kaleli. Laut Anadolu wurde Akbay bereits festgenommen, während Olgun sich außer Landes befand.

„Sözcüs“ Anwalt Ismail Yilmaz sagte allerdings der Nachrichtenagentur Dogan, es handele sich nicht um Haftbefehle, sondern um Durchsuchungsbefehle. Laut CNN Türk stehen die Ermittlungen in Verbindung mit einem Onlineartikel, der am Tag des Putschversuchs erschien, und Angaben zum Aufenthaltsort von Präsident Recep Tayyip Erdogan im Urlaubsort Marmaris enthielt.

Die türkische Justiz geht seit der Verhängung des Ausnahmezustands nach dem Putschversuch verschärft gegen kritische Medien vor. Am Donnerstag hielt die regierungskritische Zeitung „Cumhuriyet“ eine Mahnwache für ihre inhaftierten Mitarbeiter ab, die seit 200 Tagen in Haft sitzen. Laut der Plattform für Pressefreiheit P24 sind derzeit 165 Journalisten in der Türkei hinter Gittern. (afp)

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