UN-Botschafter: Syrische Regierung verfolgt "keine Strategie Bürger verhungern zu lassen"

Epoch Times, Dienstag, 12. Januar 2016 14:33
Syrien wehrt sich gegen die Vorwürfe die Bürger Madajas gezielt verhungern zu lassen. Seit Juli finden in und um die Stadt Gefechte zwischen regierungstreuen Truppen und dem IS statt. Deshalb war die Madaja monatelang von Hilfsgütern abgeschnitten.
Syrien
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Foto: SAMEER AL-DOUMY/Getty Images

Der syrische UN-Botschafter dementiert die Berichte über die Verhungernden in der westsyrischen Stadt Madaya. Solche Nachrichten würden lediglich dazu verwendet um dem Regime von Baschar al-Assad zu schaden. "Es gab keine Verhungernden in Madaya", sagte Bashar Ja’afari Reportern, im United Nations Hauptquartier in New York City.

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Es wären hauptsächlich saudische Medien gewesen, die diese "Falschmeldungen" verbreitet hätten. Sie würden gezielte "Lügen" fabrizieren, so der Botschafter. Diese Nachrichten wären nur ein Mittel um den syrischen Führer Baschar al-Assad zu "dämonisieren" und die Friedensgespräche die für 25. Januar in Genf geplant sind zu "torpedieren".

Die Hilfslieferungen nach Madaya seien, so Ja’afari, von Terroristen-Gruppen gestohlen und dann an die Bevölkerung teuer weiterverkauft worden. "Es ist keine Strategie der syrischen Regierung ihre eigenen Bürger verhungern zu lassen," fügt der Diplomat hinzu.

Unterdessen berichten westliche Medien, dass nun seit Monaten erstmals wieder ein Hilfskonvoi ins belagerte Madaja vordringen konnte. Dabei hätten Einsatzkräfte 400 vom Hungertod bedrohte Menschen gefunden.

Nach der Öffnung des Blockaderings um Madaja konnten Rettungskräfte nun mindestens 300 vom Hungertod bedrohte Menschen aus der Stadt bringen. Wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte weiter meldet, gebe es etwa 400 weitere Menschen, die wegen ihres schlechten Zustands sofort behandelt werden müssten. Auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen und das Rote Kreuz berichten von katastrophalen Zuständen in der belagerten Stadt.

Seit Juli finden in und um Madaja Gefechte zwischen regierungstreuen Truppen und Anhängern des Islamischen Staates (IS, Daesh) Kämpfe statt. Deshalb war die Stadt monatelang von der Umwelt abgeschnitten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert, die Stadt brauche dringend ein mobiles Krankenhaus. Außerdem müssten Ärzte in der Stadt von Tür zu Tür gehen, um festzustellen, wie viele Menschen noch aus der Stadt gebracht werden müssen.

Die jetzt eingetroffenen Hilfslieferungen in Madaja gehen auf eine von den Vereinten Nationen vermittelte Abmachung zwischen dem Regime von Baschar al-Assad und Rebellen zurück. (so) 

Schlagworte

Syrien, USA, UN, Assad, Krieg, Leben, Hunger

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