UN-Generalsekretär entsetzt: Flüchtlinge in Libyen bei Sklavenauktion versteigert

UN-Generalsekretär Antonio Guterres zeigt sich entsetzt über die Berichte von Sklavenhandel mit Flüchtlingen in Libyen. Angeblich werden die Menschen bei Auktionen versteigert.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat mit Entsetzen auf Berichte über Sklavenhandel mit Flüchtlingen in Libyen reagiert.

Guterres forderte am Montag in New York eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der US-Fernsehsender CNN hatte die Bilder einer mutmaßlichen Sklavenauktion in Libyen vergangene Woche veröffentlicht.

Sklaverei habe keinen Platz in unserer Welt, sagte Guterres vor Journalisten. Die Versteigerungen gehören „zu den ungeheuerlichsten Menschenrechtsverstößen und könnten Verbrechen gegen die Menschlichkeit gleichkommen.“ Der Generalsekretär betonte: „Ich verabscheue diese fürchterlichen Taten.“

Den Informationen von CNN zufolge wurden bei den Auktionen Flüchtlinge für mehrere hundert Dollar als Landarbeiter verkauft. Die grobkörnigen Handy-Aufnahmen zeigen demnach unter anderem einen jungen Nigerianer, der als Teil einer Gruppe „großer, starker Jungen für Feldarbeit“ zum Kauf angepriesen wird.

Libyens stellvertretender Ministerpräsident Ahmed Metig hatte am Sonntag erklärt, seine von der UNO gestützte Regierung werde die Vorwürfe untersuchen.  Scharfe Kritik kam auch von Vertretern der Afrikanischen Union (AU).

Libyen ist Transitland für Flüchtlinge aus mehreren afrikanischen Ländern, vor allem aus Guinea, Senegal, Mali, Niger Nigeria und Gambia. Sie nehmen den strapaziösen und riskanten Weg durch die libysche Wüste auf sich, um von Schleusern über die Mittelmeerroute nach Italien gebracht zu werden. Zahlreiche Flüchtlinge stranden allerdings schon vorher in Libyen. (afp)