Dramatische Lage im Jemen: UN verlangt offenen Zugang für Hilfslieferungen

Die Vorräte der Vereinten Nationen für notleidende Menschen im Jemen reichen nur noch für wenige Wochen. „Im November können wir die Menschen noch versorgen, im Dezember nicht mehr“, so der Leiter des UN-Nothilfebüros Ocha im Jemen, George Khoury.

Angesichts der besorgniserregenden humanitären Lage im Jemen hat der UN-Sicherheitsrat das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis aufgefordert, alle Flughäfen und Häfen in dem Krisenland für Hilfslieferungen offen zu halten.

Dies sei angesichts der „schrecklichen humanitären Lage“ dringend notwendig, sagte der italienische Botschafter Sebastiano Cardi, der dem Sicherheitsrat derzeit vorsitzt, am Mittwoch (Ortszeit) in New York.

Zuvor hatte der UN-Sicherheitsrat auf Antrag Schwedens hinter verschlossenen Türen über die Lage im Jemen beraten. Das Gremium brachte anschließend seine „Besorgnis“ über die „katastrophale humanitäre Lage im Jemen“ zum Ausdruck, hieß es in einer Erklärung des Rates, die Cardi vor Journalisten verlas.

UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock warnte vor einer riesigen Hungersnot im Jemen „mit Millionen Opfern“. Wenn die Militärkoalition unter Saudi-Arabiens Führung ihre Blockade nicht beende und Hilfslieferungen ermögliche, „wird es die größte Hungersnot werden, die die Welt seit Jahrzehnten erlebt hat“, sagte Lowcock vor Journalisten, nachdem er vor dem UN-Sicherheitsrat gesprochen hatte.

Im Jemen kämpfen seit 2014 schiitische Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Militäreinheiten des gestürzten Staatschefs Ali Abdallah Saleh gegen Truppen des international anerkannten Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. 2015 griff ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis zugunsten von Hadi in den Konflikt ein. Seitdem wurden mehr als 8600 Menschen getötet. (afp)

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