UNHCR beklagt zögerliche Haltung der EU-Staaten bei Flüchtlingsaufnahme

Epoch Times1. February 2018 Aktualisiert: 1. Februar 2018 8:33
Der Appell des Flüchtlingshilfswerks UNHCR zur Aufnahme von Flüchtlingen aus Libyen ist nur auf begrenzte Resonanz gestoßen. Tausende Flüchtlinge leben in Transitländern in Lagern und warten darauf, Zusagen für Asyl zu bekommen.

Der Appell des Flüchtlingshilfswerks UNHCR zur Aufnahme von Flüchtlingen aus Libyen ist nur auf begrenzte Resonanz gestoßen.

Bisher seien nur etwa 16.900 Aufnahmeplätze versprochen worden – nicht einmal die Hälfte der 40.000 Plätze, um die das Hilfswerk im September gebeten hatte, sagte der UNHCR-Sondergesandte für das zentrale Mittelmeer, Vincent Cochetel, am Mittwoch sagte der Nachrichtenagentur AFP. 7000 der zugesagten Plätze seien von EU-Ländern angeboten worden.

Das UNHCR sucht Aufnahmeländer für Menschen, die in Libyen und anderen Anrainerstaaten des zentralen Mittelmeers gestrandet sind. Tausende Flüchtlinge leben in Transitländern in Lagern und warten darauf, Zusagen für Asyl zu bekommen.

Frankreich versprach bereits, die Asylchancen von Flüchtlingen in den Transitstaaten Tschad und Niger zu prüfen und von dort aus bis Ende des kommenden Jahres 3000 Menschen nach Frankreich zu bringen. Das UNHCR schätzt, dass sich in beiden afrikanischen Ländern mehr als 90.000 schutzbedürftige Menschen aufhalten.

Im Transitland Libyen sitzen viele Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara unter Bedingungen in Lagern fest, die internationale Organisationen als menschenunwürdig kritisieren. Cochetel sagte, es gebe „keine Verbesserung der Lage in den Internierungslagern“. Im November hatte ein Bericht des US-Fernsehsenders CNN Entsetzen ausgelöst, demzufolge Flüchtlinge in Libyen auf Märkten wie Sklaven verkauft wurden.

Libyen ist das Hauptdurchgangsland für Flüchtlinge auf dem Weg von Afrika nach Europa. 2017 erreichten nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks 144.000 Menschen über Nordafrika Italien und Spanien. In diesem Jahr waren es bislang 4380. Die meisten kamen über Libyen, wo die Zentralregierung keine Kontrolle über weite Teile des Landes hat. In vielen Gebieten haben bewaffnete Milizen das Sagen.

Die Zahl der Toten bei der Überquerung des Mittelmeers beziffert das UNHCR für 2017 auf 3119, seit Beginn 2018 waren es demnach 188. Die Dunkelziffer sei allerdings wesentlich höher, sagte Cochetel. (afp)

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