JP Morgan kauft physisches Silber, als gäb´s kein Morgen

JP Morgan ist dabei, seine Silberreserven in astronomische Höhen aufzustocken. Beobachter sehen darin das Vorzeichen einer sich anbahnenden Finanzkrise. Denn warum sollte die größte Geschäftsbank der USA, der Insider par excellence, dies sonst tun, angesichts des aktuell so niedrigen Silberpreises? Auch wurde Kunden die Lagerung von Bargeld und Münzen in Schließfächern untersagt. Ein Artikel des Crash-Propheten Michael Snyder, veröffentlicht auf dem US-Wirtschaftsportal Zerohedge am 24. April, nahm die merkwürdigen Aktionen unter die Lupe.

11 Millionen Unzen wechselten den Besitzer
Vergangene Woche bewegten sich innerhalb von nur fünf Geschäftstagen 11 Millionen Unzen Silber in und aus dem Comex-System heraus. Dies kam einem Rekord gleich, aber der schiere Betrag der Silber-Bewegung war nicht die eigentliche Nachricht. Eine sehr berühmte Bank handelte den Großteil davon: JP Morgan.
JP Morgan hat in den vergangenen drei Jahren mehr als 55 Millionen Unzen physisches Silber angesammelt. Anfang 2012 hatte JPM weniger als 5 Millionen Silberunzen im Tresor, nun sind es mehr als 55 Millionen. Allein in den vergangenen zwei Wochen waren es 8 Millionen Unzen. Irgendjemand bei JPM glaubt also, dass Silber eine großartige Investition ist – und das trotz eines Silberpreises, der in der letzten Zeit erheblich gefallen ist (auf 15,66 US-Dollar pro Feinunze, während der Artikel verfasst wurde).
Hier eine Statistik der Silbereinkäufe von JPM, basierend auf den Lieferungen des Comex:
7. April: 1.110.000 Unzen
8. April: 1.280.000 Unzen
9. April: 893.037 Unzen
10. April:  1.200.224 Unzen
14. April:  1.073.000 Unzen
15. April:  1.191.275 Unzen
16. April:  1.183.777,295 Unzen
Auch auf der Kurve der Silberreserven von JPM markieren diese Käufe einen signifikanten Sprung. Fast 18 Monate lang hatte sich der Silbervorrat konstant auf einem Level bewegt (Screeshot von thewealthwatchman.com )

Foto: Screeshot von thewealthwatchman.com

In Krisenzeiten greifen Anleger zu physischem Gold und Silber. Also dürfte JPM damit rechnen, dass sich die Ankäufe in Zukunft lohnen. Interessanterweise prognostizierte der JPMorgan CEO Jamie Dimon in einem Brief an seine Aktionäre, es werde „eine weitere Krise" im Stil der Finanzkrise von 2008 geben.
Beobachter rechnen damit, dass die Silberkäufe die Liquidität von JPM im Fall dieser Krise sicherstellen sollen.
Parallel dazu: JPM verbietet Schließfachkunden Bargeld und Münzen zu lagern.

Unterdessen hat JPM Chase begonnen, auf bestimmten Märkten „die Verwendung von Bargeld einzuschränken“. Heißt im Klartext: JPM-Kunden dürfen nun nicht mehr in bar auf Kreditkarten einzahlen. Auch Hypotheken, Eigenkapitallinien und Autokredite sind von der neuen Regel betroffen, die unter anderem für Cleveland, Ohio und Umgebung gilt. Auch das Deponieren von Bargeld in Schließfächern wurde von der Bank verboten! In einem Rundschreiben an Kunden, die Schließfächer gemietet haben, hieß es am 1. April 2015 als AGB-Änderung fett gedruckt: „Sie stimmen zu, keinerlei Bargeld oder Münzen zu deponieren, außer solcher, deren Sammlerwert bestätigt wurde.“
JP Morgan Chase ist in den USA die größte der sechs „systemrelevanten Banken“ (im US-Jargon „to big too fail“) – mit tiefen Verbindungen zur Regierung. JPM verwaltet Vermögenswerte, ähnlich groß wie die Gesamtwirtschaftsleistung Großbritanniens. (rf)
Mehr Hintergründe zum „Krieg der Banken gegen das Bargeld“
2014: Londoner Experiment zur bargeldlosen Gesellschaft
2015: Hinweise deuten: In Zukunft Bargeldlos (von Gastautor Jens Blecker)

Quelle: theeconomiecollapseblog.com

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