US-Präsidentschaftskandidat Sanders: USA fordern Regime-Change ohne Konsequenzen zu berücksichtigen

Mit Blick auf Syrien, sagte der US-Präsidentschaftskandidat Sanders, die USA würde immer einen Regimewechsel fordern, ohne die Konsequenzen zu berücksichtigen. Dies sehe man in Ländern wie Libyen, wo seit Gaddafis Sturz das Chaos ausgebrochen ist.

In den Konflikt-Gebieten im Nahen Osten würde die USA ständig auf einen Regime-Change drängen, ohne die Konsequenzen dabei zu beachten, kritisiert der amerikanische Senator und Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Bernie Sanders, die US-Regierung. 

Das einzige Ziel der USA sei es, die "ihnen nicht genehmen Regierungen in anderen Ländern auszutauschen". 

"Die Richtung, in der wir mit der (ehemaligen – Anm. d. Red.) Außenministerin Hillary Clinton nicht übereinstimmen – das ist der Regimewechsel", sagte Sanders bei einer Wahlkampf-TV-Debatte in Milwaukee, Bundesstaat Wisconsin, berichtet "Sputniknews".

Die USA wäre in der Lage mit all seinen Bündnispartnern, "alle Diktatoren der Welt stürzen", so Sanders. "Saddam Hussein war ein blutiger Diktator. Wir können (den Präsidenten Syriens Baschar – Anm. d. Red.) Assad morgen stürzen, wenn wir wollen, wie es mit Muammar Gaddafi in Libyen geschehen ist. Das Wesen der Außenpolitik besteht allerdings nicht nur darin, einen schrecklichen Diktator einfach zu stürzen. Man muss klären, wie es weitergehen soll", sagte er.

Das Chaos in Libyen 

Der Senator bezog sich dabei vor allem auf den Sturz Gaddafis. Er wurde mit Hilfe der Nato in 2011 gestürzt und getötet. Damals meinte die Ex-Außenministerin Hillary Clinton "einen schrecklichen Diktator gestürzt haben". 

Doch nach dem Fall des libyschen Machthabers entstand ein politisches Vakuum im Land, wodurch Terror-Milizen wie der "Islamische Staat" schnell an Macht gewinnen konnten. Seit dem Sturz Gaddafis herrscht das Chaos in Libyen und die Dschihadisten-Gruppen schafften es große Gebiete des Landes unter ihre Kontrolle zu bringen. Heute hält der IS große Teile von Libyen, Syrien und dem Irak besetzt.

USA seit Jahrzehnten an Regime-stürzen beteiligt  

Die USA sei bereits seit den 50 oder 60 Jahren an Regierungsstürzen beteiligt: "Der rechtmäßige Premierminister des Irans, Mohammad Mosaddegh, wurde 1953 von Kräften gestürzt, die amerikanische und britische Interessen vertraten, weil er die Erdölinteressen Großbritanniens bedrohe. Im Ergebnis erhielten wir den Schah (Mohammad Reza Pahlavi – Anm. d. Red.). Dann ereignete sich 1979 die Revolution und nun haben wir das, was wir haben", sagte der Senator.

Dazu meinte die US-Präsidentschaftskandidatin und Sanders Konkurrentin, Hillary Clinton, laut "Sputnik", dass "ihr Opponent im Kongress der USA für die Resolution gestimmt hatte, die quasi zum Regimewechsel im Iran führte, und dass er sich auch für den Regimewechsel in Libyen ausgesprochen hatte". (so) 

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